PHP7: kürzere Lade- und Zugriffzeiten im Web

Wenn Sie eine Website erstellen, wollen Sie in der Regel auch deren Ladezeit möglichst gering halten. Denn können Besucher Ihre Seite schnell aufrufen, wirkt sich das positiv auf deren Surfverhalten aus. So führt eine Geschwindigkeitsoptimierung häufig zu einer niedrigeren Absprungrate und einer längeren Verweildauer, was Suchmaschinen wie Google wiederum mit einem besseren Ranking belohnen. Zu den vielzähligen Möglichkeiten, der Website zu mehr Speed zu verhelfen, zählt auch die Optimierung der verwendeten Skriptsprache. Insbesondere Entwickler dynamischer Websites, die auf PHP setzen, profitieren seit dem PHP7-Release von einer noch besseren Performance.

Tipp

Wenn Besucher Ihre Seite schnell aufrufen, wirkt sich das positiv auf deren Surfverhalten aus. So führt eine Geschwindigkeitsoptimierung häufig zu einer niedrigeren Absprungrate und einer längeren Verweildauer, was Suchmaschinen wie Google wiederum mit einem besseren Ranking belohnen.

Was ist PHP eigentlich?

PHP ist eine Skriptsprache zur Erstellung von dynamischen Websites. Sie wird unter der PHP-Lizenz verbreitet. Dadurch ist es möglich, Quelltexte kostenfrei weiterzuverwenden oder zu verändern. Die Grundfunktion von PHP besteht darin, Formulardaten auszulesen und diese in PHP-Variablen umzuwandeln. Anschließend können die Variablen weiterverwendet werden, indem sie beispielsweise in eine Datenbank eingetragen oder via E-Mail verschickt werden. Die Vorteile von PHP sind u. a. die Einbindung des Internetprotokolls sowie eine breite Unterstützung unterschiedlichster Datenbankmodelle. Die Skriptsprache wird von rund 82 Prozent aller Websites genutzt und ist daher bei den meisten Webhostern vorinstalliert.

Alle PHP-Codes werden serverseitig verarbeitet. Das bedeutet, dass PHP-Skripte direkt auf dem Server ausgeführt werden – im Gegensatz zu anderen Programmcodes wie JavaScript, die auf der Seite des Anfragenden ablaufen. Wenn ein Nutzer eine Anfrage an einen Server stellt, wird das jeweilige PHP-Skript an den PHP-Interpreter auf dem Server gesendet. Dieser verarbeitet das Skript und gibt es an den Browser aus. Es handelt sich dabei meist um HTML-Dokumente, aber auch um andere Dateitypen. PHP ermöglicht es nämlich unter anderem auch, JPG- oder PDF-Dokumente zu generieren und an den Browser zu senden.

Was bietet PHP7 an Neuerungen?

Da die Entwicklung von PHP6 eingestellt worden ist, trat PHP7 mit Release-Zeitpunkt die Nachfolge von PHP5 an und ist damit eigentlich erst die sechste Hauptversion von PHP. Die Skriptsprache an sich hat sich kaum geändert, weswegen PHP7 weitestgehend abwärtskompatibel ist. Dadurch laufen die meisten Anwendungen, die bisher mit PHP5.6 funktionierten, auch mit der neuen PHP-Version. Problematisch ist nur die Kompatibilität mit einigen älteren, nicht mehr gepflegten Erweiterungen. Das beste Beispiel hierfür ist die Erweiterung zum Zugriff auf MySQL-Datenbanken, die mit Version 7 nun endgültig nicht mehr unterstützt wird – hier empfiehlt sich ein Umstieg auf die verbesserte Version MySQLi oder das vergleichbare Plug-in PDO (PHP Data Objects).

Die wichtigste Neuerung von PHP7 ist der Performance-Schub, den das Entwicklerteam durch diverse Optimierungen am PHP-Kern erzielen konnte. Neben der höheren Geschwindigkeit (PHP7 ist rund doppelt so schnell wie der Vorgänger) bietet die neue Version zudem den Vorteil, dass sie weniger Arbeitsspeicher beansprucht. Doch nicht nur der Befehle (Bytecode) ausführende Teil des Kerns wurde grundsaniert – auch Komponenten wie Parser, Lexer und Bytecode-Generator haben große Veränderungen erfahren. So wird mit PHP7 nun zunächst ein abstrakter Syntaxbaum kreiert, der die Grundlage für die Erzeugung von Bytecode-Befehlen bildet, anstatt den Code direkt aus dem Parser heraus zu erstellen. Das vereinfacht Änderungen an der PHP-Syntax enorm.

Transkription

Welche Rolle spielt die Performance im modernen Webhosting?

Heutzutage erwarten die Nutzer, dass alles zu jeder Zeit verfügbar ist – das gilt auch für die Webseiten unserer Kunden. Diese müssen in kürzester Zeit ausgeliefert werden, um einen Besucherrückgang zu vermeiden. Um eine Webseite schnell auszuliefern, haben wir mit http/2, PHP7.1 und unserer SSD-Plattform die perfekte Grundlage entwickelt. Zusätzlich haben wir nun die 1&1 Performance Level entwickelt. Dadurch gewährleisten wir im Webhosting-Bereich beste Performance – jederzeit flexibel anpassbar.

Wofür benötige ich welches Performance-Level?

Eine einfache wenig komplexe Webseite benötigt lediglich ein niedriges Performance Level. Ein umfangreicher Online Shop mit beispielsweise vielen Artikeln oder vielen Besuchern benötigt dementsprechend ein hohes Performance-Level. Aber genau hier ist man mit dem Performance-Leveln sehr flexibel. Benötigt man mehr Leistung, weil plötzlich mehr Besucher auf die Webseite strömen, ist es kein Problem ein höheres Performance-Level zu buchen. Genauso umgekehrt, verändern sich die Bedürfnisse nach unten, ist es kein Problem dass Performance-Level zurückzustufen.

Wie kann ich das Performance-Level anpassen?

Unser neues Web Hosting bietet im 1&1 Control Center einen Performance-Level Dashboard. Unsere Kunden können hier den aktuellen Verbrauch des Webhosting-Pakets als auch die empfohlene Leistung direkt und einfach einsehen. Der Wechsel ist ebenfalls einfach gehalten. Auch Unerfahrene können hier mit wenigen Klicks die Performance-Levels wechseln. Ein Tarifwechsel ist hierfür nicht nötig.

Ein weiteres neues Feature ist die Möglichkeit, skalare Datentypen – also solche, die nur einen einzelnen Wert speichern – sowie Rückgabetypen im Programmcode zu definieren. Auf diese Weise wird PHP um die Typen Integer, Boolean, Float und String erweitert.

Die wichtigsten Neuerungen von PHP7
✔ stark verbesserte Performance, etwa doppelt so schnell wie PHP5.6
✔ Arbeitsspeicherbedarf ist niedriger
✔ Implementierung eines abstrakten Syntaxbaumes zur Bytecode-Erzeugung
✔ konsequente Unterstützung von 64-Bit-Systemen
✔ verbesserte Fehlerbehandlung, Fehler führen seltener zu Abstürzen
✔ kryptografisch sicherer Zufallsgenerator
✔ Entfernung alter und nicht mehr unterstützter Erweiterungen und Server-Interfaces
✔ Definieren von skalaren Datentypen und Rückgabetypen

So verbessert PHP7 die Performance von WordPress und Co.

Der Grundstein für die verbesserte PHP7-Performance wurde durch die Integration der Zweigversion PHPNG (PHP Next Generation) in die PHP-Hauptversion geschaffen. Der als Projekt gestartete Branch zeichnet sich vor allem durch einen refaktorierten Kern inklusive der neuen Zend Engine 3.0 aus. Noch vor dem PHP7-Release gab Zend Technologies die Ergebnisse erster Benchmark-Tests bekannt, in denen die Vorteile der neuen Version für E-Shop-Lösungen, Content-Management-Systeme oder Frameworks nur allzu deutlich werden.

Die Shop-Software Magento lässt sich im Vergleich zu PHP5.6 beispielsweise doppelt so schnell ausführen – bei einer Reduzierung des Speicherverbrauchs um rund 30 Prozent. Außerdem ermöglicht PHP7 in derselben Zeit bis zu drei Mal so viele Aufrufe durch Benutzer wie die Vorgängerversion. Ähnlich sehen auch die Ergebnisse bei den Tests mit den Content-Management-Systemen Drupal und WordPress aus: Während Drupal 8 um etwa 72 Prozent schneller läuft, zeigten die WordPress-Tests, dass ein Aufruf mit PHP7 im Vergleich zu einem mit PHP5.6 nur etwa ein Viertel der CPU-Instruktionen voraussetzt. Beide CMS-Systeme zeigten hinsichtlich möglicher Seitenaufrufe eine Steigerung von rund 50 Prozent. Auch die Frameworks Laravel und Zend sowie die CRM-Software SugarCRM lassen mit PHP7 etwa doppelt so viele Zugriffe pro Sekunde zu.

PHP7 ermöglicht im Vergleich zur Vorgängerversion auch bei hohem Traffic niedrige Zugriffs- und Ladezeiten. Ein teures Aufrüsten der Hardware ist so selbst bei wachsenden Besucherzahlen nicht unbedingt notwendig. Die neue PHP7-Performance erlaubt Ihnen also, Ihr WordPress-, Magento- oder sonstiges Webprojekt auch ohne zusätzliche Kosten einer größeren Besucherzahl zugänglich zu machen.

Die gesamten Benchmark-Daten können Sie im Einzelnen auch in der von Zend Technologies veröffentlichten Infografik nachlesen.