Screenshot unter Windows erstellen: So geht’s!

Screenshots sind hilfreiche Mittel, um Freunden oder Kollegen schnell klarzumachen, was Sie gerade auf Ihrem Monitor sehen. Das kann sinnvoll sein, wenn Sie etwas Lustiges entdeckt haben, wenn Sie schnell eine Anmerkung zu einer Präsentation machen möchten oder dem Support genau zeigen wollen, was gerade bei Ihrem System schiefläuft. Dafür müssen Sie aber zum Glück nicht (mehr) die Fotokamera auf den Bildschirm richten. Sowohl Systeme von Apple als auch Windows-PCs haben dafür bereits Hilfsmittel an Bord. Wir erklären Ihnen, wie Sie unter Windows schnell einen Schnappschuss erstellen und diesen bearbeiten können.

Screenshots unter Windows 7, 8 und 10

Das Erstellen von Screenshot im Betriebssystem von Microsoft ist denkbar einfach: Indem Sie die [Druck]-Taste auf Ihrer Tastatur drücken, kopieren Sie die aktuelle Bildschirmansicht in die Zwischenablage. Wenn Sie zwei Monitore gleichzeitig verwenden, werden beide Screens aufgenommen. Sie möchten nicht den ganzen Bildschirm, sondern nur ein Fenster fotografieren? Wählen Sie zunächst das betreffende Fenster aus. Mit der Tastenkombination für Screenshots bei Windows – [Alt] + [Druck] – erstellen Sie dann von diesem einen Schnappschuss.

Fakt

Die Drucktaste findet sich schon sehr lange auf Computertastaturen. In Zeiten von MS-DOS wurde damit direkt der angeschlossene Drucker angesprochen: Durch Drücken der Taste konnten Nutzer den Bildschirminhalt direkt an das Gerät senden und ausdrucken. Moderne Systeme erstellen mit dieser Taste fast ausschließlich digitale Kopien und keine tatsächlichen Ausdrucke mehr.

Ihr Mauszeiger wird übrigens nicht auf dem Screenshot auftauchen. Das kann sowohl Vor- als auch Nachteil sein. Zwar brauchen Sie sich so nicht darum zu kümmern, ob der Cursor eventuell wichtige Informationen verdeckt. Wenn Sie allerdings mit dem Bildschirmfoto auf etwas Bestimmtes hinweisen möchten, kann der Zeiger sinnvoll sein. Hierfür müssen Sie ein externes Tool installieren.

Hinweis

Unter Umständen ist Ihre Tastatur anders beschriftet: Vor allem im englischsprachigen Raum finden sich häufiger die Bezeichnungen [Print], [Prnt] oder [Prnt Scrn] (für „Print Screen“ – also „Bildschirm drucken“). Bei Laptops werden zur Platzersparnis Tasten doppelt belegt. Dann sollte der Screenshot durch zusätzliches Drücken der Funktionstaste möglich sein: [Fn] + [Druck].

Nach dem Tastendruck befindet sich Ihr Screenshot zunächst in der Zwischenablage. Dabei handelt es sich um einen temporären Speicher, den Windows verwendet, um Elemente abzulegen, die Sie kopieren oder ausschneiden (z. B. auch Textabschnitte, die Sie in Word ausschneiden und einfügen). Aus der Zwischenablage heraus können Sie Ihr Bildschirmfoto in ein Programm einfügen, beispielsweise Paint. Öffnen Sie hierfür das minimalistische Bildbearbeitungsprogramm und fügen Sie das Bild aus der Zwischenablage ein. Dies geht entweder über die Menüleiste oder durch die Tastenkombination [Strg] + [V]. (Auf einigen Tastaturen ist die Steuerungstaste mit Ctrl – für „Control“ – beschriftet.)

Nun speichern Sie das Bild einfach ab, und schon haben Sie den Screenshot in einer Bilddatei und können diese archivieren oder versenden. Sie können aber auch zu einem anderen Grafikprogramm wie Gimp oder Paint.NET greifen. In diesen haben Sie meistens sogar noch sehr viel mehr Möglichkeiten, um Ihr Bildschirmfoto anzupassen. Grundlegende Funktionen wie Zuschneiden oder Einfügen von Pfeilen, farbigen Markierungen etc. hält jedoch auch Paint bereit.

Andere Windows-Anwendungen können ebenfalls mit dem Screenshot in der Zwischenablage umgehen: Falls Sie das Bildschirmfoto in einem Dokument benötigen, lässt es sich auch direkt in Word einfügen. So müssen Sie nicht den Umweg über eine Datei nehmen, die Sie danach eventuell sowieso nicht mehr benötigen. In Microsoft Word gehen Sie mit dem Cursor einfach an die Stelle, an die der Screenshot auftauchen soll, und fügen diesen aus dem Zwischenspeicher ein. Bei ähnlichen Textverarbeitungsprogrammen ist das Vorgehen analog, ebenso in den anderen Office-Programmen.

Wenn Sie einen Screenshot unter Windows 8 oder 10 erstellen möchten, haben Sie noch eine weitere Tastenkombination zur Verfügung: Durch gleichzeitiges Drücken der Tasten [Win] + [Druck] erstellen Sie einen Screenshot, der direkt in eine neue Datei ausgelagert wird. Windows speichert diese im PNG-Format und legt sie in einem extra Screenshot-Ordner ab. Die Dateien werden aufsteigend durchnummeriert.

Snipping Tool: Werkzeug zum Erstellen von Bildschirmfotos bei Windows

Die Funktion der Drucktaste ist nützlich, schnell und unkompliziert, aber sie ist eben auch sehr simpel. Microsoft hat deshalb noch eine weitere Methode zum Erstellen von Screenshots in Windows eingeführt. Das Snipping Tool ist bereits im Betriebssystem vorinstalliert und bietet mehr Möglichkeiten, den Screenshot so anzupassen, wie Sie ihn benötigen. Wenn Sie das Programm geöffnet haben, können Sie zwischen unterschiedlichen Ausschneidetypen wählen:

  • Vollbild ausschneiden: Diese Einstellung entspricht der Funktion der Drucktaste. So erstellen Sie mit nur einem Klick eine komplette Kopie des Bildschirms (oder der Bildschirme).
  • Fenster ausschneiden: Wählen Sie diesen Typ, entscheiden Sie sich zunächst für ein Fenster, von dem Sie ein Abbild erstellen möchten. Wenn Sie mit dem Mauszeiger darüber fahren, wird dieses klar sichtbar, während alle anderen einen nebligen Filter erhalten. Ein Klick auf das Fenster Ihrer Wahl löst den Screenshot aus.
  • Rechteckiges Ausschneiden: Mit diesem Ausschneidetyp können Sie einen freien, aber rechteckigen Bereich für den Screenshot wählen. Wenn Sie z. B. bereits vor dem Schnappschuss wissen, dass nur ein bestimmter Teil des Bildschirms wichtig ist, brauchen Sie auch nur diesen zu speichern. Damit weiß der Betrachter sofort, auf welchen Teil es Ihnen ankommt. Außerdem ist dies eine Möglichkeit, persönliche Informationen aus dem Screenshot fernzuhalten. Mit gedrückter Maustaste ziehen Sie einen Rahmen. Sobald Sie die Taste loslassen, wird das Bild geschossen.
  • Freies Ausschneiden: Noch mehr Freiheiten haben Sie mit dem letzten Ausschneidetyp. Damit können Sie freihändig eine Form wählen und nur diesen Bereich in den Screenshot aufnehmen. Die Qualität der Form hängt davon ab, wie gut Sie mit der Maus zeichnen können. Auch hierbei erstellt das Programm den Screenshot, sobald Sie die Maustaste loslassen. Sollten Sie bis dahin nicht wieder mit dem gezogenen Rahmen den Anfangspunkt erreicht haben, vervollständigt das Snipping Tool selbstständig die Verbindung zwischen Anfangs- und Endpunkt mit dem kürzesten Weg.

Anders als bei der Erstellung eines Screenshots mit der Drucktaste zeigt Ihnen das Snipping Tool den Schnappschuss direkt an. So können Sie sofort überprüfen, ob alles so aussieht wie beabsichtigt. Falls nicht: Klicken Sie einfach erneut auf „Neu“ und versuchen Sie es noch einmal. Sobald Sie zufrieden sind mit dem Ergebnis, können Sie direkt Markierungen hinzufügen. Mit einem Stift lassen sich wichtige Stellen unterstreichen, umkreisen oder durch einen Pfeil hervorheben. Mit dem Textmarker malen Sie direkt über einen wichtigen Satz oder eine entscheidende Zahl. Im letzten Schritt entscheiden Sie, was mit Ihrem Screenshot geschehen soll:

  • Speichern: Mit einem Klick auf „Speichern“ öffnet sich ein Fenster, in dem Sie Speicherort, Dateiname und -format definieren können. Zur Verfügung stehen PNG, GIF, JPEG oder das MHTML-Format, mit dem eigentlich Websites archiviert werden.
  • Kopieren: Außerdem haben Sie mit dem Snipping Tool die Möglichkeit, das geschossene Bildschirmfoto in die Zwischenablage zu kopieren. Genau wie bei der Drucktaste können Sie Ihren Screenshot anschließend in verschiedene Anwendungen, z. B. in ein Word-Dokument, einfügen.
  • Senden: Sie können Ihren Screenshot auch per E-Mail versenden. Dafür wird der Ausschnitt entweder direkt in eine neue Mail eingefügt oder als Anhang mitgesendet. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie ein bestimmtes Programm für Ihre E-Mails nutzen, nicht die Webanwendung Ihres Mailanbieters.

Wenn Sie einen Screenshot in Windows 10 mit dem Snipping Tool erstellen, haben Sie außerdem die Option der Zeitverzögerung. Wie beim Selbstauslöser einer Kamera stellen Sie einen Timer ein, der den Schnappschuss verzögert auslöst. Diese Zeit können Sie nutzen, um Einstellungen vorzunehmen, die z. B. nur kurzzeitig sichtbar sind oder das Halten einer Taste erfordern.

Probleme beim Erstellen von Screenshots

Besonders beim Erstellen von Screenshots aus anderen Programmen heraus treten häufig Fehler auf. Wenn Sie versuchen einen Schnappschuss innerhalb eines Videos oder auch eines Spiels anzufertigen, ist oft ein komplett schwarzes Bild das Ergebnis. Grund dafür ist in vielen Fällen ein Konflikt in der Grafikkarte. Meistens lässt sich das Problem allerdings umgehen: So reicht es in manchen Fällen, das Spiel vom Vollbild auf einen Fenstermodus zu verkleinern. Oftmals haben Spiele oder Video-Abspielprogramme aber auch eine eigene Screenshot-Funktion, die sich über einen Hotkey aktivieren lässt.

Es kommt jedoch vor, z. B. bei Netflix, dass der Anbieter der Software das Erstellen von Screenshots absichtlich unterbindet. Dies hat in solchen Fällen mit den Urheberrechten zu tun. Die eingebaute Kopierschutztechnik (DRM) verhindert eine Kopie des Bildes, um die Rechte des Eigentümers zu wahren. Sollte dies die Ursache für Ihr Problem beim Anfertigen eines Bildschirmfotos in Windows sein, müssen Sie dies akzeptieren.

Andere Tools: Externe Werkzeuge für Screenshots unter Windows

Auch wenn das Snipping Tool bereits mehr Features anbietet als die einfache Tastenkombination für Screenshots unter Windows, kann es sinnvoll sein, auch andere Software auszuprobieren. Programme von externen Anbietern sind besonders für diejenigen Nutzer ratsam, die Screenshots professionell oder zumindest tagtäglich einsetzen. Diese Screenshot-Programme bieten teilweise mehr Bearbeitungsmöglichkeiten und weitere Funktionen, beispielsweise automatisches Scrollen, um auch lange Websites komplett in einem Bild darzustellen, oder aber sogenannte Screencasts – dabei nehmen die Programme ein Video Ihres Desktops auf. Diese Funktion ist vor allem bei Tutorials sehr beliebt, denn damit können die Ersteller solcher Videos ihren Zuschauern einfach zeigen, was sie machen müssen, statt es umständlich zu erklären.

  • ShareX: Mit der kostenlosen Open-Source-Software können Sie auch Screencasts und GIF-Dateien erstellen.
  • Screenshot Captor: Das schlanke Tool kann sowohl Auto-Scroll als auch mehrere Monitore unabhängig voneinander abfotografieren.
  • Grabilla: Die Hersteller dieses Screenshot-Tools stellen die Software für zahlreiche Plattformen zur Verfügung und bieten darüber hinaus einen eigenen File-Hosting-Dienst.
  • Monosnap: Die Software lässt sich schnell und einfach bedienen und bietet trotzdem alle wichtigen Features.
  • DuckCapture: Dieses Tool bietet seinen Nutzern neben den gängigen Screenshot-Funktionen die Möglichkeit, mehrere Bildschirmfotos unkompliziert zu einem großen Bild zusammenzufügen.