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10 Raspberry-Pi-Projekte, die zeigen, was mit dem Mini-Rechner möglich ist

Der Raspberry Pi macht auf den ersten Blick einen recht unspektakulären Eindruck: Es handelt sich um eine mit verschiedenen Komponenten versehene Computerplatine, die ungefähr das Format einer Kreditkarte hat. Aufgrund der kleinen Abmessung des Raspberry Pis ist es umso erstaunlicher, wie viele Möglichkeiten einem der Rechner eröffnet.

Entwickelt von einer Stiftung aus Großbritannien (der Raspberry Pi Foundation), wird er äußerst preisgünstig angeboten und ist schon jetzt der meistverkaufte britische Computer aller Zeiten. Ursprünglich wurde er für technikbegeisterte junge Menschen konzipiert – durch die aufs Nötigste reduzierte Ausstattung und das fehlende Gehäuse eignet sich der Raspberry Pi besonders gut, um die Hardware-Strukturen eines Rechners ebenso wie das Programmieren zu erlernen.

Schon nach kurzer Zeit weckte der Mini-Computer das Interesse einfallsreicher Computernutzer und Bastler, die mit dem Raspberry Pi Ideen verschiedenster Art umsetzten. So entstanden zahlreiche originelle Raspberry-Pi-Anwendungen und -Projekte. Wir geben Ihnen eine Einführung zu dem Rechner im Kleinformat und stellen 10 besonders nützliche und gelungene Raspberry-Pi-Projekte für Zuhause vor.

Was ist der Raspberry Pi?

Das etwa kreditkartengroße Computersystem stellt einen Einplatinencomputer dar, auf dem sich neben der grundlegenden Hardware eines Computers (Prozessor, Arbeitsspeicher etc.) auch diverse Anschlüsse (USB, HDMI, Video, Ton etc.) befinden. Über einen Slot schließt man eine Micro-SD-Karte an, die als Festplatte des Rechners fungiert und über die auch das Betriebssystem bereitgestellt wird. Dabei wird das auf Debian basierende Raspbian als Betriebssystem empfohlen – es können aber auch andere Linux-Distributionen oder eine spezielle Windows-Version genutzt werden. Für die Stromversorgung reicht ein Micro-USB-Ladegerät (beispielsweise von einem Smartphone). Eine Internetverbindung lässt sich via Netzwerkkabel über die Ethernet-Schnittstelle einrichten. Über die USB-Buchsen lassen sich Maus, Tastatur, externe Festplatte und vieles mehr anschließen. Der HDMI-Anschluss stellt die einfachste Option dar, einen Bildschirm an den Raspberry Pi anzuschließen. Darüber hinaus sind mehrere Pins (Kontaktstifte) vorhanden, denen man per Programmierung Funktionen zuschreiben kann.

Die Komponenten variieren je nach Modell. Das erste (Raspberry Pi 1) kam im Februar 2012 auf den Markt. Weitere Modelle folgten, wobei deren Originalpreis mit maximal 35 US-Dollar stets äußerst günstig ausfiel. Der Raspberry Pi 3 wurde ab Februar 2016 ausgeliefert; er verfügt über eine CPU mit 64 Bit und hat erstmalig auch WLAN und Bluetooth (Low Energy) mit an Bord.

Der Name des Rechners ist ein Wortspiel und wird wie die englische Bezeichnung für einen Himbeerkuchen („raspberry pie“) ausgesprochen. Der erste Teil reiht sich in die Tradition von Computer- und IT-Unternehmen mit Früchten im Namen wie Apple, Blackberry oder Acorn ein; das „Pi“ steht als Abkürzung für „Python interpreter“, denn Python wird von den Entwicklern als Haupt-Programmiersprache des Raspberry Pis angesehen. Wer noch keine Erfahrungen mit dem Programmieren hat, kann aber auch auf die noch einfachere, visuelle Programmiersprache Scratch zurückgreifen.

10 nützliche Raspberry-Pi-Projekte für Zuhause

Die Einsatzfelder des Raspberry Pis sind äußerst breit gefächert. Neben vielen gebräuchlichen Verwendungszwecken, für die der Miniatur-Rechner geradezu prädestiniert scheint, wurde inzwischen auch die Umsetzung einiger eher außergewöhnlicher Raspberry-Pi-Ideen präsentiert. Für die Durchführung von Raspberry-Pi-Projekten benötigt man teils kaum, teils recht viel Vorwissen. Mit ausreichend Interesse steht dem eigenen Projekt jedoch nichts im Wege. Ganz im Gegenteil: Das Experimentieren mit der Platine und das Erlernen neuer Computerkenntnisse bilden das Konzept hinter dem Rechner.

Das Netz ist voll von Informationen zur Umsetzung zahlreicher Raspberry-Pi-Anwendungen und -Projekte. Die folgenden Beispiele vermitteln einen ersten Eindruck, welche Möglichkeiten der Mini-PC bietet. Verlinkt finden Sie einige der beliebtesten und hilfreichsten Vorhaben, für die wir in weiterführenden Artikeln jeweils eine Kurzanleitung geben.

Webserver

Viele Anwender nutzen den Raspberry Pi als Webserver. Hierfür stehen Ihnen unterschiedliche Webserver-Programme zur Verfügung (beispielsweise lighttpd oder nginx. Für das einwandfreie Hosten umfangreicher, dynamischer Webinhalte reicht die Leistung des Raspberry Pis im Normalfall allerdings nicht aus. Vielmehr eignet sich der kleine Rechner als lokale Website-Testumgebung. Aber auch einfache Webseiten, die nicht mit großen Besucherzahlen zu rechnen haben, können von einem Raspberry Pi gehostet werden. Wie Sie einen Raspberry-Pi-Webserver aufsetzen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Mailserver

Wenn Sie den Raspberry Pi als Mailserver verwenden, werden Ihre E-Mails ausschließlich auf diesem gespeichert – so hat kein anderer Anbieter oder Server Zugriff auf Ihre Nachrichten. Mit einem eigenen Mailserver besitzen Sie sich nicht nur die komplette Kontrolle über Ihr Mailsystem, sondern können auch beliebig viele E-Mail-Adressen mit einer eigenen Domain erstellen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Einrichtung eines Raspberry-Pi-Mailservers finden Sie an dieser Stelle.

VPN-Server

Mit einem VPN können Sie jeglichen Datenverkehr in einem Netzwerk verschlüsseln. Dies bietet sich vor allem dann an, wenn Sie ein öffentliches WLAN nutzen – ohne Verschlüsselung können theoretisch sensible und persönliche Daten jederzeit abgefangen werden. Hier hilft ein VPN-Server, der sich ebenfalls relativ einfach über einen Raspberry Pi betreiben lässt – wie dies genau funktioniert, erläutern wir hier.

DNS-Server

Über einen DNS-Server (auch Nameserver) erfolgt die Namensauflösung einer Domain in eine IP-Adresse. Dieser Prozess kann im Heimnetzwerk durch die Einrichtung eines eigenen DNS-Servers auf dem Raspberry Pi beschleunigt werden. Der eigene DNS-Server bringt noch weitere Vorteile mit sich – im weiterführenden Beitrag finden Sie dazu Informationen und eine Beschreibung, wie und warum Sie einen Raspberry Pi als DNS-Server verwenden.

ownCloud

Mit dem kleinen PC können Sie auch über Ihren privaten Cloud-Dienst verfügen – und zwar mit der freien Software ownCloud. Hier dient der Raspberry Pi erneut als Server, auf dem Sie Ihre Daten hochladen und anschließend auf diese zugreifen können. Ein eigener Cloud-Server bietet gegenüber kommerziellen Filehosting-Diensten wie Dropbox oder iCloud den großen Vorteil, dass Sie die vollständige Kontrolle über den Server und die darauf befindlichen Daten haben. Somit können Sie auf ihm auch sensible Daten ruhigen Gewissens speichern. Wie dies genau funktioniert und welche weiteren Vorzüge (z. B. Zugriff über eine App) die ownCloud mit sich bringt, entnehmen Sie diesem Artikel.

Home Server

Wer seine Daten zu Hause über alle Geräte verfügbar machen will, für den reicht bereits ein Home Server vollständig aus. Ein Home Server ist ein Dateiserver (Fileserver), auf dem Sie Daten jeglicher Form (Dokumente, Bilder, Videos, Musik etc.) ablegen und auf den an den Server angeschlossene Geräte (PC, Laptop, Smartphone, Tablet etc.) Zugriff haben. Dies kann entweder kabelgebunden oder über WLAN geschehen.

Mediacenter

Die Verwendung des Raspberry Pis als Mediacenter ist sehr weit verbreitet – über den Mini-PC können Sie sowohl Filme, Musik und Bilder von der Festplatte wiedergeben, als auch Streaming-Dienste wie diverse Online-Mediatheken, YouTube oder Spotify nutzen. Eine beliebte Software für den Betrieb eines Raspberry-Pi-Mediacenters ist Kodi, in der alle Medien nach Typ geordnet und bebildert dargestellt werden.

Videospiel-Automat/-Konsole

Die Leistung des Raspberry Pis reicht ohne Probleme aus, um alte Videogames von Arcade-Automaten oder alten Spielekonsolen (über Emulatoren) wiederzugeben. Bastler haben Arcade-Automaten sowohl in einer Miniaturvariante als auch in ungefährer Originalgröße nachgebaut – teilweise sogar mit Münzeinwurf, wie dieses YouTube-Video beweist.

Magic Mirror

Der Magic Mirror ist ein Raspberry-Pi-Projekt des Niederländers Michael Teeuw. Hierbei handelt es sich um einen Einwegspiegel, hinter dem ein Monitor und der kleine Computer angebracht sind. Auf dem Spiegelglas werden die Uhrzeit, das Wetter, anstehende Termine und vieles mehr angezeigt. Auf der Website findet man Bilder des ersten fertigen Wunderspiegels und eine Anleitung zu dessen Bau. Mit Erfolg: Der Magic Mirror fand Weltweit viele Nachahmer.

Sprachsteuerung für Garagentor

Dass man mit dem Raspberry Pi auch eine Sprachsteuerung zum Öffnen eines Garagentors realisieren kann, bewies schon Ende 2012 dieses Video auf YouTube. Ein Beitrag im offiziellen Raspberry-Pi-Forum erklärt auf Englisch, wie sich dies mit der Apple-Spracherkennungs-Software Siri und weiteren Programmen umsetzen lässt.

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