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Die beliebtesten Google-Alternativen

Wer etwas im Internet sucht, der googelt. Nicht nur im deutschen Sprachraum steht der Name des weltweiten Suchmaschinenmarktführers für die Websuche schlechthin. Mehr als 90 Prozent der Suchanfragen deutscher Internetnutzer werden über Google abgewickelt. Doch das Unternehmen aus Mountain View ist bei weitem nicht der einzige Anbieter für Suchdienste im World Wide Web. Wir präsentieren Ihnen eine Suchmaschinen-Liste namhafter Google-Alternativen, die dem Branchenriesen mitunter einiges voraushaben.

Google, Yahoo und Bing dominieren die Marktanteile

Während Google immer wieder mit Datenschutzskandalen von sich reden macht, setzt ein Teil der Konkurrenz genau hier an und bietet alternative Geschäftsideen, die ohne die Auswertung von Nutzerdaten auskommen. Der Suchmaschinenmarkt ist bunt. Während amerikanische Konkurrenten wie Bing und Yahoo das Geschäftsmodell des Marktführers weitestgehend kopieren, finden sich in Europa zahlreiche Projekte, die nach Innovationen streben, neue Wege der Finanzierung suchen oder bestimmte Zielgruppen ins Visier nehmen. Webseitenbetreiber sollten daher neben Google auch alternative Suchmaschinen im Blick haben, wenn sie ihr Projekt für die Websuche optimieren.

Insbesondere in den USA und Europa ist Google nach wie vor der Primus in Sachen Suchmaschinen. Mit 86 Prozent Marktanteil in den Vereinigten Staaten und 93 Prozent in den europäischen Ländern lässt Google seine Konkurrenten Yahoo und Bing weit hinter sich. In China hingegen hat das hier kaum bekannte Baidu die Position als Top-Suchmaschine inne. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass die Website von Google in China für die breite Bevölkerung nicht zu erreichen ist.

Suchmaschinen-Marktanteile weltweit gemessen am Traffic im Juli 2016 – Sie können die Infografik hier als PDF runterladen.

Bing: Microsoft-Produkt nach dem Google-Vorbild

Die bekannteste Google-Alternative kommt aus dem Hause Microsoft. Die Suchmaschine Bing rangiert gemessen an den Nutzerzahlen weltweit auf Platz 2 hinter Google – allerdings mit weitem Abstand. Derzeit liegt der Marktanteil von Bing in Deutschland bei rund 8 Prozent. In den USA setzen immerhin ca. 12 Prozent der Internetnutzer auf die Microsoft-Suchmaschine.

Ein Grund für diese Differenz ist u. a. das erweiterte Funktionsspektrum für den US-amerikanischen Markt. Optisch orientiert sich Bing an Google. Wie das erfolgreiche Vorbild bietet Microsoft neben der Websuche die Möglichkeit, gezielt nach Bildern oder Nachrichten zu suchen. Zudem steht ein Kartendienst zur Verfügung. Als Pendant zum Knowledge Graph bietet Bing die Satori Knowledge Base, die sich aus Wikipedia-Informationen speist.

Der Nachfolger von Microsoft Live Search wurde 2009 als Beta-Version in Betrieb genommen und zeichnet sich durch eine Reihe enger Kooperationen mit sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder LinkedIn aus. Mit der Integration anderer Dienste in die Websuche und einer aufwendig gestalteten Bildersuche bietet Bing in Teilbereichen mitunter Innovationen, die man beim Marktführer vergeblich sucht. Wer auf der Suche nach einer anonymen Suchmaschine ist, wird bei Microsoft jedoch nicht fündig. Genau wie Google wertet auch Bing Nutzerdaten aus, um Werbung zu personalisieren.

Pro Kontra
✔ Arbeitet eng mit sozialen Netzwerken zusammen ✘ Bietet wenig Datenschutz und keine Anonymität
✔ Eigener Kartendienst ✘ Server in den USA
✔ Bietet auch News-Suche  

Yahoo: Suchmaschine „Powered by Bing“

Wie Google ist auch Yahoo eine bekannte Adresse im Silicon Valley. Das Webportal gehörte einst zu den Pionieren des Internets und erreicht vor allem mit seinem Webmail-Angebot noch heute rund 700 Millionen Nutzer. Die Suchmaschine des Internet-Dinosauriers hingegen findet hierzulande nur noch wenig Beachtung. In Deutschland hat die Yahoo-Websuche einen Marktanteil von etwa einem Prozent. Auf dem US-amerikanischen Markt werden rund 8 Prozent der Nutzer mit Yahoo fündig.

Seit 2009 stützt sich die Suchmaschine auf eine Allianz mit Microsoft. Wer sich mit Bing anfreunden kann, wird bei Yahoo keine negativen Überraschungen erleben. Der gemeinsame Algorithmus liefert nahezu deckungsgleiche Suchergebnisse. Da sich die Such-Allianz von Microsoft und Yahoo mit einem gemeinsamen Marktanteil von rund 30 Prozent auf dem US-amerikanischen Markt als ernstzunehmende Konkurrenz zu Google positioniert, sollten sich Webseitenbetreiber, die eine amerikanische Zielgruppe ins Visier nehmen, auch mit diesen Google-Alternativen befassen.

Pro Kontra
✔ Kooperation mit Bing ✘ Bietet wenig Datenschutz und keine Anonymität
✔ Großes News-Portal ✘ Server in den USA
✔ Eigener Freemail-Dienst  

DuckDuckGo: anonyme Metasuchmaschine

Einen gänzlich anderen Weg geht die alternative Suchmaschine DuckDuckGo. Unter dem Slogan „Die Suchmaschine, die Sie nicht verfolgt“, bietet die US-amerikanische Duck Duck Go Inc. eine Kombination aus Metasuchmaschine und eigenem Webcrawler. Dabei stützt sich der Suchanbieter auf mehr als 100 Dienste wie Bing, Yandex oder Wikipedia sowie auf das firmeneigene Programm DuckDuckBot.

In Abgrenzung zu Google, Bing und Yahoo präsentiert sich DuckDuckGo als Suchmaschine mit hohen Datenschutzstandards: Laut dem Betreiber werden weder IP-Adressen noch Suchanfragen der Nutzer gespeichert. Statt personalisierter Werbung kommen Anzeigen zum Einsatz, die auf die Suchbegriffe abgestimmt sind. Dabei setzt DuckDuckGo auf ein Werbemodell, das auf dem Prinzip „eine Anzeige pro Suchergebnisseite“ basiert.

Neben der Websuche bietet DuckDuckGo die Möglichkeit, nach Bildern, Videos, Nachrichten, Stellenanzeigen und Produkten zu suchen. Zudem haben Nutzer die Möglichkeit, kommerzielle Suchergebnisse herauszufiltern. Um vorgenommene Einstellungen längerfristig zu speichern, können die Informationen anonymisiert in eine Cloud geladen werden. Damit positioniert sich DuckDuckGo als ernstzunehmende Alternative zu Google für Nutzer, die zum Schutz ihrer Privatsphäre eine anonyme Suchmaschine verwenden möchten.

Pro Kontra
✔ Anonyme Suche ✘ Server in den USA
✔ 400 Quellen für die Suchergebnisse  
✔ Ist als Tor-Hidden-Service erreichbar  
✔ Werbung kann ausgeschaltet werden  

Ixquick: unsichtbar surfen dank Proxy-Service

Ähnlich wie DuckDuckGo setzt auch die niederländische Suchmaschine Ixquick auf Anonymität und geht dabei sogar noch einen Schritt weiter: Über einen integrierten Proxy-Service haben Nutzer von Ixquick die Möglichkeit, auf Webseiten, die als Suchergebnisse angezeigt werden, anonym zuzugreifen. Statt der Nutzer-IP sieht der Webseitenbetreiber in diesem Fall lediglich die Adresse von lxquick.

Um Suchlisten zu erstellen, greift die Metasuchmaschine auf Yahoo, Gigablast und Yandex zurück. Welches Suchergebnis wo gefunden wurde, wird dem Nutzer durch ein Sternesystem angezeigt: Jeder Stern steht für eine Quelle. Ein Ergebnis, das mit zwei Sternen gekennzeichnet ist, wurde demzufolge von zwei Quellen geliefert. Ixquick unterstützt Bilder- und Videosuchen und ermöglicht es, Suchergebnisse durch erweiterte Suchfunktionen einzugrenzen.

Ebenso wie DuckDuckGo erfasst Ixquick keine persönlichen Nutzerdaten. Auch die IP-Adresse, die mit einer Suche verknüpft ist, wird nicht gespeichert. Zwar handelt es sich bei Ixquick um ein europäisches Unternehmen, teilweise werden aber auch Server in den USA betreiben. Damit man als Nutzer seine Privatsphäre noch weiter sichern kann, gibt es in den Einstellungen die Möglichkeit, nur EU-Server zu verwenden. Das Unternehmen wurde als erstes mit dem europäischen Datenschutzgütesiegel EuroPriSe ausgezeichnet.

Pro Kontra
✔ Anonyme Suche ✘ Wird nicht mehr weiterentwickelt
✔ Eigener (kostenpflichtiger) Webmail-Service ✘ Bietet nur Web-, Bilder- und Video-Suche
✔ EU-Server  
✔ Nutzt Yahoo, Gigablast und Yandex  
✔ Proxy-Service  

Startpage: Ixquicks große Tochter

Inzwischen betreibt Ixquick hauptsächlich die Tochter-Suchmaschine Startpage. Zugriffe auf die meisten Ixquick-Domains werden auf Startpage weitergeleitet: Nur unter ixquick.eu können Nutzer noch den ursprünglichen Suchdienst aufrufen. Startpage – eigentlich gegründet, um einen eingängigeren Namen zu nutzen – konstruiert die Suchergebnisse anders.

Der Slogan „enhanced by Google“ verrät: Startpage greift ausschließlich auf Daten des Marktführers zu. Suchanfragen werden allerdings immer noch anonymisiert und keine Cookies angelegt. Trotz der Zusammenarbeit liefert Startpage keine Benutzerdaten an Google. Außerdem greift die alternative Suchmaschine nur auf den Datenbestand von Google zurück, die Reihenfolge der Suchergebnisse legt der Dienst mit eigenen Algorithmen fest. In puncto Datenschutz hat die Suchmaschine die gleichen Ansprüche wie ihre Mutter. Startpage finanziert sich, genau wie Ixquick, über nichtpersonalisierte Werbung.

Pro Kontra
✔ Anonyme Suche ✘ Nutzt nur Daten von Google
✔ Eigener (kostenpflichtiger) Webmail-Service ✘ Bietet nur Web-, Bilder- und Video-Suche
✔ EU-Server  
✔ Eigener Ranking-Algorithmus  
✔ Proxy-Service  

Oscobo: Anonyme Websuche für den britischen Markt

Verstärkung erhält die Riege der anonymen Suchmaschinen mit Oscobo aus Großbritannien. Wie andere Suchdienste, die mit hohen Datenschutzstandards werben, verspricht auch dieser Anbieter, Nutzerdaten weder zu speichern noch zu verkaufen. Angestoßen wurde das Projekt von Fred Cornell, einem langjährigen Yahoo-Mitarbeiter, der Nutzern mit Oscobo ein Gegenmodell zur klassischen Suchmaschinenindustrie bieten möchte. Und so verzichtet der Dienst, der derzeit noch stark auf den UK-Markt ausgerichtet ist, auf jegliches Nutzertracking. Statt personalisierter Werbung werden lediglich auf die Suchanfrage bezogene Anzeigen ausgespielt.

Anders als Qwant oder Hulbee kann Oscobo nicht mit einer eigenen Such-Technologie aufwarten, stattdessen greift der Dienst auf den Searchindex von Bing und Yahoo zurück. Zusätzlich bindet Oscobo Ergebnisse von Twitter in seine Ergebnisse ein.

Pro Kontra
✔ Anonyme Suche ✘ Greift nur auf das Bing-Yahoo-Netzwerk zu
✔ Twitter-Ergebnisse werden extra angezeigt  
✔ Bietet auch News-Suche  

Hulbee: Anonyme Websuche mit Jugendfilter

Mit Hulbee präsentiert auch ein Schweizer Unternehmen einen Suchdienst mit hohen Datenschutzstandards. Die anonyme Suchmaschine wurde unter dem Namen „Swisscows“ entwickelt und basiert auf einem Suchprinzip, das sich auf semantische Informationserkennung stützt. Damit geht die Schweizer Suchmaschine einen anderen Weg als die meisten Anbieter. Hulbee präsentiert seinen Nutzern neben den Suchergebnissen eine Wortwolke thematisch relevanter Begriffe und erleichtert so die Recherche.

Außer der Web-, Bilder- und Videosuche bietet Hulbee einen Übersetzer und eine Musiksuche mit integriertem Player. Anders als marktführende Suchmaschinen setzen die Macher von Hulbee zudem auf eine integrierte Filtertechnologie, die pornografische und gewaltbezogene Inhalte aus den Suchergebnissen verbannt. Die Google-Alternative richtet sich damit gezielt an Schulen, Firmen und öffentliche Einrichtungen.

Um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen, verzichtet Hulbee auf die Erfassung von Nutzerdaten. Persönliche Informationen, IP-Adressen oder Cookies, die der Identifizierung des Nutzers dienen, werden nicht gespeichert. Genau wie andere Alternativen zu Google, die Datenschutz sehr ernst nehmen, wird die Seite durch unpersonalisierte Werbung finanziert. Zusätzlich werden Nutzer zu Spenden aufgefordert.

Pro Kontra
✔ Anonyme Suche ✘ Jugendfilter lässt sich nicht abstellen
✔ Semantische Suche  
✔ Übersetzungsfunktion  
✔ Musik-Suche mit integriertem Player  
✔ Filtert pornografische und gewalttätige Inhalte  
Hinweis

In den letzten Jahren erscheinen auch immer mehr Suchmaschinen für Kinder. Diese verfügen nicht nur über Jugendschutzfilter, sondern auch über kindgerechte Webinhalte und entsprechendes Designs.

Qwant: Suchmaschine mit innovativem Design

Auch die französische Suchmaschine Qwant versucht mit Datenschutz zu punkten und verbindet den Nutzerwunsch nach mehr Privatsphäre mit einem neuartigen Design, das sich von anderen Anbietern abhebt. Die Suchergebisse beruhen auf einer eigenen Technologie und werden nach Themengebieten geordnet in Tabellenform dargestellt. Nutzer bekommen die Websuche, Nachrichten, Shopping-Ergebnisse und Social-Media-Einträge zum gewählten Suchbegriff in einzelnen Spalten präsentiert. Alles ist in einer Ansicht versammelt – das wirkt im Vergleich zum aufgeräumten Google-Layout etwas unübersichtlich.

Wie DuckDuckGo und Ixquick wirbt Qwant mit hohen Datenschutzstandards. Eigenen Angaben zufolge kommen weder ein Nutzertracking noch eine Filterblase zum Einsatz. Die Suchmaschine verwende lediglich temporäre Cookies, die keine persönlichen Informationen erfassen. Cookies für kommerzielle Zwecke werden blockiert.

Genau wie Hulbee experimentiert diese Alternative zu Google mit einer Musiksuche. Dabei wird unter anderem auf YouTube zugegriffen, sodass Videos direkt in der Suchmaschine angesehen werden können. Ein weiteres Feature sind die Notizhefte (oder Boards): Wie bei Pinterest oder vergleichbaren sozialen Netzwerken können Qwant-Nutzer interessante Inhalte speichern und mit anderen Nutzern teilen. Hierfür ist eine Registrierung notwendig.

Pro Kontra
✔ Anonyme Suche ✘ Unübersichtliches Design
✔ Musik-Suche, News-Suche, Notizhefte  
✔ EU-Server  

Wegtam: Hybridsuche mit frei wählbaren Quellen

Die deutsche Suchmaschine Wegtam versteht sich als Google-Alternative mit Schwerpunkt auf Inhalte. Man hält dabei vier Grundsätze hoch: den freien Wissenszugang, das Auffinden relevanter Informationen, die Reduktion kommerzieller Einflüsse auf die Websuche sowie Anonymität. Dabei kombiniert Wegtam in Form einer Hybridsuche einen eigenen Suchindex mit diversen individuell wählbaren externen Quellen – darunter auch Google, Bing und Yahoo, die standardmäßig ausgewählt sind. Wer die Einstellungen der Quellen nicht manuell vornehmen möchte, kann mit einem Klick auf die vorgefertigten Profile „General“, „Science“, „Developer“ und „Food“ zugreifen. Die Quelle des Suchergebnisses wird unter dem Snippet angezeigt.

Eigenen Angaben zufolge speichert Wegtam keine personenbezogenen Daten. Um die Serverauslastung, Anwendungsgeschwindigkeiten und den Traffic zu beobachten, kommen jedoch die Analyseprogramme New Relic und Piwik zum Einsatz. Obwohl sich Wegtam gegen die Kommerzialisierung der Internetsuche ausspricht, finanziert sich die Metasuchmaschine durch Werbung. Neben der Websuche stehen Personen- und Videosuchen zur Verfügung.

Pro Kontra
✔ Anonyme Suche ✘ Veraltetes Design
✔ Konfigurierbare Hybridsuche ✘ Setzt Analyseprogramme zur Traffic-Beobachtung ein
✔ News-Portal  
✔ Deutsches Unternehmen  

MetaGer: Metasuchmaschine mit hohen Datenschutzstandards

Auch bei MetaGer handelt es sich um eine Metasuchmaschine aus Deutschland. Der Suchdienst wurde an der Universität Hannover entwickelt und wird seit 2012 in Kooperation mit dem eingetragenen Verein SUMA-EV betrieben. Bei der Websuche stützt sich MetaGer auf einen eigenen Index und auf 20 bis 30 Suchmaschinen, die Nutzer individuell um weitere Quellen ergänzen können.

MetaGer bietet jedoch nicht nur eine große Reichweite. Auch die Datenschutzstandards überzeugen: Die Suchmaschine speichert weder Cookies noch Browser-Fingerprints. IP-Adressen werden bereits während der Suche anonymisiert und somit nicht an die abgefragten Suchmaschinen weitergegeben. Auf ein User-Tracking wird verzichtet. Zudem haben Nutzer die Möglichkeit, Suchergebnisse über einen anonymisierten Proxy zu besuchen. Da alle MetaGer-Server in Deutschland stehen, unterliegt die Websuche den nationalen Datenschutzrichtlinien.

Die deutsche Suchmaschine finanziert sich über Werbeeinnahmen (Anzeigen erscheinen über den organischen Suchergebnissen), über Spenden und Beträge der Vereinsmitglieder. Letztere können MetaGer daher auch werbefrei nutzen. Zusätzlich zur Websuche bietet MetaGer noch weitere nützliche Features wie den Assoziator (mit dem verwandte Suchbegriffe gefunden werden können), eine Quellcode-Suche, einen URL-Verkürzer und einen eigenen Karten-Dienst, in dem allerdings nur Deutschland verfügbar ist. Beim Design muss man als Nutzer von MetaGer deutliche Abstriche machen.

Pro Kontra
✔ Anonyme Suche ✘ Benutzerunfreundliches Design
✔ Gemeinnütziger Verein  
✔ Ist als Tor-Hidden-Service erreichbar  
✔ Greift auf viele Suchmaschinen zu  
✔ Quellcode-Suche  
✔ EU-Server  
✔ Proxy-Service  

YaCy: Suchmaschine mit dezentralem Ansatz

Bei YaCy wird der Nutzer selbst zum Betreiber. Mit seinem Peer-to-Peer-Ansatz geht das Projekt einen ganz anderen Weg als herkömmliche Suchmaschinen. Statt auf einem Webserver läuft die freie Suchmaschinen-Software direkt auf dem Rechner des Nutzers. Dieser kann sich mit anderen YaCy-Nutzern verbinden, sodass ein dezentrales Suchnetz entsteht. Welche Seiten die Suchmaschine im Index hat, bestimmen die Nutzer selbst: Jeder Nutzer kann einen eigenen Webcrawler starten und angeben, auf welche Seiten dieser zugreifen soll. Das Ranking entsteht, indem Nutzer Ergebnisse auf- oder abwerten. Das gemeinschaftlich betriebene Suchnetz ist somit nicht zensierbar und kann auch nie komplett ausfallen.

Eine Erfassung von Nutzerdaten an zentraler Stelle ist ebenfalls nicht möglich. Suchanfragen werden nicht an einen Server übertragen, denn die Suchmaschine befindet sich auf dem eigenen PC, und alle Daten bleiben auch dort. Unterstützt wird das Projekt vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und – wie MetaGer – vom Verein für freien Wissenszugang SUMA-EV. Die Open-Source-Software ist für Windows, Linux und MacOS verfügbar.

Pro Kontra
✔ Peer-to-Peer-/dezentrales Netzwerk ✘ Kleinerer Suchindex
✔ Open Source ✘ Software muss runtergeladen werden
✔ Anonyme Suche ✘ Geringer Funktionsumfang
✔ Daten bleiben auf dem eigenen PC  

Benefind: Suchmaschine für den guten Zweck

Bei Benefind wird die Websuche zur Spende. Für jede zweite Suchanfrage spendet der Suchanbieter 1 Cent an eine gemeinnützige Organisation. Welche das ist, kann der Nutzer im Vorfeld selbst bestimmen. Die Spendengelder werden durch die Werbeeinnahmen generiert: Dem Betreiber zufolge gehen etwa 70 Prozent der Einnahmen an die gemeinnützigen Vereine. Die Suchtechnologie und Suchergebnisse stammen von Yahoo und Bing (die dafür an den Werbeeinnahmen beteiligt sind), sodass Nutzer bei der Qualität der Suchergebnisse keine Abstriche machen müssen. Neben der Websuche bietet Benefind die Möglichkeit, nach Bildern zu suchen. Bemerkenswert ist zudem die Shop-Suche. Werden Online-Einkäufe über Benefind abgewickelt, gehen 10 Prozent des Warenwerts an die ausgewählte Organisation.

Pro Kontra
✔ Gemeinnützige Suche ✘ Geringer Funktionsumfang
✔ Gemeinnützige Organisation kann selbst ausgewählt werden ✘ Keine komplette Anonymität
✔ Deutsches Unternehmen ✘ Greift nur auf das Bing-Yahoo-Netzwerk zu

Unbubble: Ausweg aus der Filterblase

Die deutsche Suchmaschine Unbubble möchte ein Problem der digitalen Gesellschaft lösen und die Filterblase platzen lassen. Dafür hat sich das Unternehmen vorgenommen, möglichst neutrale Suchergebnisse zu liefern. Die Metasuchmaschine greift dafür auf 30 unterschiedliche Quellen zu. Zudem bevorzugt der Algorithmus der Suchmaschine solche Quellen, die (laut Aussage von Unbubble) den „ausgewogensten Gesamteindruck“ liefern. Auch die Autovervollständigung und Suchvorschläge werden nicht aus Suchanfragen der Nutzer generiert, was zu Filterblasen führt, da so alle Nutzer nur nach den gleichen Informationen suchen. Stattdessen werden die Inhalte der Websites herangezogen.

Daneben etabliert sich das Angebot auch als anonyme Suchmaschine: Der Dienst speichert keine IP-Adressen und übermittelt diese auch nicht an die verwendeten Quellen. Zusätzlich bietet Unbubble einen Jugendfilter mit drei Einstellungsmöglichkeiten (Streng/Moderat/Aus) an. Die Website finanziert sich über Sponsoring und Affiliate-Links, sowie über Spenden.

Pro Kontra
✔ Anonyme Suche Keine
✔ Viele Quellen  
✔ EU-Server  
✔ Jugendfilter mit unterschiedlichen Stufen  
Fakt

Als Filterblase (oder Filterbubble) bezeichnet man einen Effekt im Internet, bei dem Nutzer nur eine stark gefiltertes Informationsspektrum erhalten. Durch Algorithmen werden z. B. nur Suchergebnisse angezeigt, die passend für den Nutzer erscheinen. Da sich verschiedene Gesellschaftsgruppen so nur noch in ihren eigenen Informationsblasen aufhalten, wird ein gemeinsamer Diskurs schwieriger.

WolframAlpha: Antworten statt Verweise

Die Suchmaschine WolframAlpha verfolgt einen ganz anderen Ansatz als andere Google-Algorithmen. Statt den Nutzern die besten Webinhalte anzubieten, versucht die Suchmaschine direkt Fakten zu liefern. Daher können Nutzer auch nur Faktenfragen eingeben. Meinungen kann die semantische Suchmaschine nicht abbilden. Dafür liefert die alternative Suchmaschine jede Menge Daten. Wer sich für die Quellen interessiert, kann diese über einen zusätzlichen Klick erfahren.

In einer Premiumversion können Nutzer auch Bilder und andere Dateien hochladen und von der Suchmaschine analysieren lassen. Das Angebot ist nur auf Englisch verfügbar und richtet sich vor allem an Wissenschaftler, Schüler und Studenten, allerdings nutzen auch Bing und Apples Sprachassistent Siri Ergebnisse von WolframAlpha. Hinter dem Projekt steht die US-amerikanische Firma Wolfram Research, die vor allem Software für Mathematik und Naturwissenschaften herstellt.

Pro Kontra
✔ Liefert Fakten direkt ✘ Nur auf Englisch verfügbar
✔ Versteht Suchanfragen sehr gut ✘ Bietet nur Daten und keine Meinungen
✔ Bietet wenig Datenschutz und keine Anonymität  

Fazit: Die Suchmaschinen-Liste im Überblick

Vergleicht man verschiedenen die Google-Alternativen, ist auffällig, dass bei vielen der Datenschutz eine wichtige Rolle spielt. Dies ist nur allzu verständlich: Schließlich ist die Privatsphäre der Nutzer der einzige Punkt, bei dem eine andere, nichtspezialisierte Suchmaschine gegenüber Google wirklich punkten kann. Bis auf wenige Ausnahmen orientieren sich die alternativen Suchmaschinen aber sowohl im Design als auch in der Funktionsweise am Marktführer aus Mountain View.

  Besteht seit Suchart Suchindex Werbung Anonymität Serverstandort Besonderheiten
Bing 2009 Webcrawler USA zweitgrößte Suchmaschine
Yahoo 1995 Webcrawler USA Freemail
DuckDuckGo 2008 Metasuche/ Webcrawler ? Kann ausgeschaltet werden USA Tor-Hidden-Service
Ixquick 1998 Metasuche USA/EU Proxy-Service
Startpage 2006 Metasuche USA/EU Proxy-Service
Oscobo 2015 Metasuche ? Twitter-Ergebnisse
Hulbee 2009 Semantisch ? CH Jugendfilter
Qwant 2013 Webcrawler ? EU Musik-Suche
Wegtam 2013 Metasuche/ Webcrawler EU Quellen-Wahl
MetaGer 1996 Metasuche/ Webcrawler kann bei Vereins-mitgliedern abgestellt werden EU Gemeinnütziger Verein
YaCy 2003 Peer-to-Peer Eigener PC Dezentral
Benefind 2009 Metasuche EU Gemeinnützige Suche
Unbubble 2014 Metasuche EU Neutrale Suchergebnisse
WolframAlpha 2009 Semantisch USA Liefert direkt Antworten
Hinweis

Falls Sie doch lieber bei Google als Ihrer Standardsuchmaschine bleiben möchten, sollten Sie wissen, wie Sie bei dem Dienst am besten suchen. Mit den Google-Operatoren können Sie Ihre Eingabe so spezifizieren, dass Sie auch garantiert die richtigen Ergebnisse erhalten.

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