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Die besten Skype-Alternativen: 13 andere Gratis-Anwendungen für die Videotelefonie

Wenn man an ein Programm für die Videotelefonie denkt, kommt einem mit großer Wahrscheinlichkeit zuerst Skype in den Sinn. Der 2003 eingeführte Dienst ist die am meisten genutzte Applikation für Internet-Videokonferenzen. Ob auf dem Desktop-PC, Laptop, Tablet oder Smartphone: Von so gut wie überall aus kann man mit anderen Skype-Nutzern in Kontakt treten. Für ein Videotelefonat benötigt man neben einem Endgerät mit Kamera und Mikrofon nur noch die gebührenfreie Skype-Software und eine Internetverbindung.

Allerdings gibt es noch diverse weitere kostenlose Anwendungen für die IP-Telefonie (Internet-Telefonie; auch Voice over IP bzw. VoIP genannt), bei denen gleichermaßen eine Videoübertragung zwischen den Gesprächspartnern möglich ist. Die meisten dieser Alternativen zu Skype sind ebenfalls gratis erhältlich. Wirft man einen Blick auf die Entwicklung der OTT (Over-the-Top)- Nutzung ist es wenig verwunderlich, dass es einen immer breiteren Markt für Skype-Alternativen gibt, während die Mobiltelefonie 2016 erstmals rückläufig ist:

Welche Skype-Alternativen gibt es also, die sich wirklich lohnen? Wir stellen Ihnen die Stärken und Schwächen von Skype und 13 anderen Anwendungen für die Videotelefonie vor.

Vor- und Nachteile von Skype

Skype ist bekanntlich weit mehr als nur ein Programm für die kostenlose IP-Telefonie: Neben der Funktion, die Gesprächspartner via Videoübertragung zu sehen, punktet die Applikation mit einer umfänglichen Konferenzfunktion: Bis zu 25 Skype-Konten können gleichzeitig an einem Gruppenanruf teilnehmen.

Des Weiteren verfügt Skype über einen Instant-Messaging-Dienst für den Austausch von Textnachrichten, Dateien und mehr. Hier können die eigenen versendeten Textnachrichten nachträglich bearbeitet oder gelöscht werden. Dank Desktop-Sharing (auch Screen-Sharing genannt) ist es möglich, die Inhalte des eigenen Displays zu spiegeln und anderen Skype-Nutzern einen Einblick in diese zu geben. Mit dieser Form der Bildschirmübertragung lassen sich beispielsweise Bilder, Dokumente oder Präsentationen mit anderen Usern teilen. Es existieren Clients (Programme, die mit dem Server der Anwendung kommunizieren) für sehr viele Betriebssysteme (macOS, Windows, Linux) und mobile Plattformen (iOS, Android, Windows Mobile/Phone, Blackberry u. a.). Außerdem kann man Skype auch als Web-App direkt über den Browser nutzen („Skype for Web“).

Die hier genannten Funktionen sind allesamt kostenfrei. Allerdings brauchen Ihre Kommunikationspartner auch ein Skype-Konto, damit Sie diese gratis kontaktieren können. Personen ohne Skype-Account können Sie zwar ebenfalls erreichen, da Skype an das weltweite Fest- und Mobilfunknetz angebunden ist. Hierbei zahlen Sie aber für Anrufe und für den SMS-Versand über ein im Vorfeld erworbenes Guthaben – das jedoch meist zu einem vergleichsweise günstigen Preis.

Überdies existiert mit Skype for Business auch eine gebührenpflichtige Variante der Anwendung, die sich an Unternehmen richtet. Diese punktet mit der Integration von Microsoft Office 365 und einem stärkeren Schutz der Gesprächsinhalte. Der Datenschutz der kostenfreien Version wurde hingegen schon häufiger kritisiert. Neben den vielen bereits erwähnten Vorteilen stellt die mangelnde Sicherheit der Nutzerdaten die größte Schwäche der Gratis-Skype-Version dar, wie Sie der Pro-und-Kontra-Auflistung entnehmen können:

Vorteile Nachteile
Für viele Plattformen verfügbar (Clients für Windows, macOS, Linux, Android, iOS, Windows Mobile/Phone, Blackberry und weitere). Mit „Skype for Web“ kann man die Anwendung auch als Web-App über den Browser aufrufen. Sie wissen nicht, wer neben Ihnen und Ihren Gesprächspartnern noch auf die Inhalte der (Video-)Telefonate und des Instant-Messengers Zugriff hat. Beispielsweise wurde durch den Whistleblower Edward Snowden bekannt, dass der US-amerikanische Geheimdienst NSA von Microsoft den direkten Zugriff auf jegliche Skype-Konversationen erhielt.
Vielfältige Funktionen: Über die Chatfunktion können nicht nur Textnachrichten verschickt, sondern auch nachträglich bearbeitet und gelöscht werden. Über den Instant-Messenger ist es auch möglich, Dateien (Bilder, Dokumente usw.) und Kontakte auszutauschen. Außerdem kann man anderen Nutzern per Screen-Sharing Einsicht auf den eigenen Bildschirm gewähren. Schwache Datenschutzbestimmungen: Die mangelnde Abhörsicherheit von Skype stand schon oft in der Kritik. Zwar sind die Gespräche zwischen den Benutzern laut Skype mit dem AES-256-Verfahren (Textnachrichten teilweise auch mit dem TLS-Protokoll) verschlüsselt, dennoch können laut den Datenschutzrichtlinien von Skype die Kommunikationsinhalte Behörden zur Verfügung gestellt werden (wie etwa 2008 in Österreich geschehen).
Videokonferenzen für bis zu 25 Teilnehmer möglich.  

Die besten Skype-Alternativen: 13 kostenlose Programme für Videoanrufe

Vorneweg: Viele Videochat-Applikationen sind in Bezug auf den Datenschutz ähnlich strittig wie Skype. Allerdings gibt es sehr wohl auch einige Anbieter in diesem Feld, die sich vermehrt auf die Sicherheit der Kommunikationsinhalte konzentrieren. Manche Dienste haben sich auf den Datenschutz spezialisiert, während andere durch vermehrte Kritik und öffentlichen Druck dazu gedrängt wurden, die Datenschutzbestimmungen nutzerfreundlicher zu gestalten und Verschlüsselungstechniken einzusetzen.

Wenn man die Datenschutzdebatte außen vor lässt, gibt es viele gute Skype-Alternativen, die sich durch sinnvolle und kreative Funktionen auszeichnen. Die im Folgenden vorgestellten 13 Videochat-Anwendungen sind allesamt gratis erhältlich. Wir beleuchten die Stärken und Schwächen dieser Videotelefonie-Dienste.

ooVoo

ooVoo kann fast alles, was Skype auch kann: Neben der Video- und IP-Telefonie können Sie mit anderen ooVoo-Nutzern chatten und Dateien austauschen sowie kostenpflichtig ins Mobilfunk- und Festnetz telefonieren. Videotelefonate sind mit maximal 12 Accounts möglich. Laut Anbieter sichert der Einsatz der „Superclear“-Technologie eine hervorragende Qualität von Bild und Ton. Zusätzlich bietet der Dienst einige Features, die Sie nicht bei Skype finden – etwa die Option, Videoanrufe über die Anwendung aufzunehmen. In der Desktop-Version können Sie außerdem mit Ihren Gesprächspartnern zusammen YouTube-Videos angucken. Der Dienst ist für Windows (sowohl für mobile als auch Desktop-Betriebssysteme), macOS, Android und iOS erhältlich. Insgesamt stellt ooVoo in Bezug auf die angebotenen Features eine sehr gute Skype-Alternative dar, da sich die meisten Funktionen stark ähneln und ooVoo noch ein paar zusätzliche Funktionen bereithält.

Hinsichtlich der Datensicherheit enttäuscht die Applikation aber gänzlich: Eine Verschlüsselung der Kommunikation ist nicht vorhanden, was auf der Hersteller-Website damit begründet wird, dass die Übertragungsqualität darunter leiden würde. Außerdem fallen im Vergleich zu Skype die Begrenzung auf maximal 12 Videokonferenzteilnehmer und die fehlende Desktop-Sharing-Option negativ auf. Ein anderes Manko ist die weitaus geringere Verbreitung. Im Gegensatz zu Skype müssen Sie sehr wahrscheinlich erst einmal einige Kontakte vom Nutzen der Anwendung überzeugen, bevor Sie mit ihnen über ooVoo kommunizieren können.

Vorteile Nachteile
Gute Ton- und Bildqualität Keinerlei Verschlüsselung der Gespräche
Großer Funktionsumfang – u. a. können Videoclips aufgenommen werden Vergleichsweise geringe Nutzerzahlen in Deutschland

ICQ

Der 1996 veröffentlichte Dienst war ursprünglich ein reiner Instant-Messenger. ICQ war in den 90er-Jahren als Messenger sehr weit verbreitet. Doch die Nutzerzahlen präsentieren sich heute längst nicht mehr so positiv. Wohl auch deshalb wurde ICQ zu einer vielseitigeren Anwendung weiterentwickelt, mit der Sie nun auch Videoanrufe tätigen können – bisher ist dies aber nur zwischen zwei User-Profilen möglich. Seit Mitte 2016 wird hierfür allerdings ein besonderes Feature angeboten: Bei ICQ für Windows, Android und iOS ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Videochats voreingestellt.

Ansonsten gibt es auch hier viele Ähnlichkeiten zu Skype: So können Sie Festnetz- und Mobilfunknummern ebenfalls gegen eine Gebühr anrufen. Textnachrichten lassen sich selbstverständlich nach wie vor mit ICQ versenden. Insgesamt ist der Funktionsumfang der Anwendung groß. Ob sich ICQ aber zu einem populären Dienst im Bereich der IP-Telefonie entwickelt, bleibt abzuwarten. In der Vergangenheit war ICQ als reines Chatprogramm bereits einer der Marktführer – allerdings ist nicht davon auszugehen, dass sich dies wiederholen wird, da die Konkurrenz vor allem hinsichtlich User-Anzahl einen deutlichen Vorsprung hat.

Vorteile Nachteile
Für viele Plattformen erhältlich (Windows, macOS, Linux, Android, iOS, Windows Phone); auch über den Browser nutzbar Bisher nur Videoanrufe zwischen zwei Nutzern möglich (Videokonferenzen mit mehr Teilnehmern sind laut Anbieter in Planung)
Verschlüsselte Videoanrufe Wenige aktive Nutzer
Viele Funktionen  

Jitsi

Die Open-Source-Software Jitsi richtet sich an Nutzer, die bei der Videotelefonie großen Wert auf die Abhörsicherheit Ihrer Gespräche legen. Alle Anrufe (ob mit oder ohne Video) sind verschlüsselt. Auch beim Chat können Sie die Verschlüsselung der Inhalte aktivieren. Eine Begrenzung der Teilnehmerzahl an einer Videokonferenz gibt es offiziell nicht – die Anzahl der Gesprächspartner hängt hier vor allem von der Rechnerleistung und der Geschwindigkeit der Internetverbindung ab. Außergewöhnlich ist, dass Sie sich für die Nutzung von Jitsi nicht bei dem Dienst anmelden müssen, sondern ganz einfach die Browser-Variante Jitsi Meet nutzen können. Hier eröffnen Sie mit einem Mausklick eine Konversation und stellen anschließend anderen Personen einen Link zur Verfügung, über den sie sich in die Konversation einklinken können.

Jitsi lässt sich aber auch über Clients für die Betriebssysteme Windows, macOS und Linux verwenden. Clients für mobile Betriebssysteme gibt es hingegen nicht – allerdings kann auch man mit Smartphone oder Tablet die Browser-Version von Jitsi nutzen.

Vorteile Nachteile
Webanwendung Jitsi Meet ist plattformunabhängig und kann ohne Anmeldung genutzt werden Keine Clients für mobile Betriebssysteme
Jegliche Kommunikation kann verschlüsselt werden (Videotelefonie, IP-Telefonie, Messenger-Chat) Relativ triste Bedienoberfläche
Keine generelle Begrenzung an teilnehmenden Accounts bei der Videotelefonie  

Tox

2013 – nach dem NSA-Abhörskandal – begann ein anonymer Entwickler mit der Arbeit an dem Programm Tox. Bereits das Logo signalisiert, dass der Dienst großen Wert auf Datenschutz legt. Jegliche Kommunikation mit der Anwendung wird über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung abgesichert. Hierüber soll gewährleistet sein, dass außer den Gesprächsteilnehmern niemand anderes Zugriff auf die Inhalte einer Konversation hat. Selbst Ihre IP-Adresse ist allein für Ihre Kommunikationspartner einsehbar. Außerdem verläuft die Datenübertragung nicht über einen zentralen Server, sondern via Peer-to-Peer-Technik, bei der die Daten direkt zwischen den beteiligten Rechnern einer Konversation ausgetauscht werden. Dies soll externe Nutzer davon abhalten, sich Zugang zu den Gesprächen und ausgetauschten Daten zu verschaffen. Die Entwickler verstehen ihre Software als Gegenentwurf zu den meisten anderen Videotelefonie- und Messenger-Applikationen, die keine Abhörsicherheit garantieren, sondern vielmehr Nutzerdaten sammeln. Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass hinter dem Programm kein kommerzielles Interesse steckt.

Tox bietet neben den üblichen Funktionen (Video- und Sprachanrufe, Instant-Messaging, Dateiübertragung) auch eine Desktop-Sharing-Option und ist für Windows, macOS, Linux, Android und iOS verfügbar. Kontaktdaten mit anderen Tox-Nutzern tauschen Sie über eine spezielle Tox-ID. Videochats können momentan nur unter zwei Benutzern durchgeführt werden – da sich die Software aber weiterhin in der Entwicklung befindet, kann sich dies bald ändern. Aufgrund des Beta-Stadiums von Tox können bei der Anwendung durchaus noch Fehler auftreten; hierauf verweisen auch die Macher von Tox auf ihrer Website. Wer auf absolute Sicherheit bei Videoanrufen, VoIP und Instant-Messaging legt, den sollte dies aber nicht abschrecken. Denn insgesamt bietet Tox ausgesprochen starke und sinnvolle Sicherheitsvorkehrungen – einen größeren Datenschutz kann man fast nicht verlangen.

Vorteile Nachteile
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Gesprächsinhalte Zurzeit nur als Beta-Version verfügbar – Bugs können auftreten
Dank Peer-to-Peer-Übertragung werden Inhalte ausschließlich auf den Rechnern der Nutzer gespeichert Videokonferenzen nur mit zwei Accounts möglich
Bildschirmübertragung an andere Nutzer möglich Tox ist recht unbekannt und hat relativ wenige Nutzer

Yahoo Messenger

Mit dem Messenger von Yahoo ist ein weiteres Programm auf dem Markt, dessen Kernfunktionen sehr stark denen von Skype ähneln (z. B. Chatfunktion mit Dateiübertragung und einen Browser-Zugriff auf die Web-App-Version). Videotelefonate können Sie hier allerdings erneut nur zwischen zwei Profilen durchführen. Ansonsten ist der Yahoo Messenger eine durchaus empfehlenswerte Skype-Alternative und punktet darüber hinaus mit der möglichen Integration in den Yahoo-E-Mail-Dienst. Außerdem kann man verschickte Nachrichten im Messenger wieder löschen – dieses Feature kennt man sonst nur von Skype. Der Yahoo Messenger ist eine ausgereifte Videochat- und Messaging-Anwendung; Clients sind für Windows, macOS, Android und iOS vorhanden. Allerdings hat auch Yahoo bereits häufiger für negative Schlagzeilen in Bezug auf den Datenschutz gesorgt, weshalb auch der Messenger nicht als sicher gelten kann.

Vorteile Nachteile
Applikation im Browser nutzbar Videoanrufe nur zwischen zwei Accounts möglich
Versendete Chatnachrichten können gelöscht werden Auch Yahoo hatte in der Vergangenheit einige Sicherheitspannen (z. B. entwendete Daten von Yahoo-Nutzern oder Zugriff auf diese durch die NSA); demnach können auch die Dienste von Yahoo nicht als sicherer Speicherort gelten
Viele Funktionen Nicht sonderlich weit verbreitet

Viber

Auch die Features von Viber erinnern stark an Skype. VoIP mit oder ohne Bildübertragung beherrscht das Programm genauso wie Instant-Messaging und die Übertragung von Dateien. Darüber hinaus sind auch klassische gebührenpflichtige Anrufe möglich. Videotelefonie wird aber nur zwischen zwei Nutzerkonten angeboten. Erhältlich sind Clients für u. a. für Windows, macOS, Linux, Android, iOS, Windows Phone und Blackberry.

Viber machte jedoch durch die Erfassung ungewöhnlich vieler Nutzerdaten negativ auf sich aufmerksam: Der Dienst verstieß gegen das EU-Datenschutzrecht. Sogar Informationen über Personen, die gar nicht bei dem Dienst angemeldet waren, wurden gespeichert. Seit 2016 wird immerhin (abgesehen von den Fest- und Mobilnetzanrufen) eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung angeboten, die die Sicherheit der Inhalte garantieren soll. Im Großen und Ganzen handelt es sich bei Viber um eine funktionsstarke Anwendung, die aber (wie so viele andere gute Skype-Alternativen) vergleichsweise wenige Nutzer hat und sich bedenklich in Bezug auf den Datenschutz verhält.

Vorteile Nachteile
Bietet Clients für äußerst viele Betriebssysteme und Plattformen Trotz der 2016 eingeführten Verschlüsselung: Viber ist aufgrund von Vorfällen in der Vergangenheit in Bezug auf den Datenschutz nicht sonderlich vertrauenswürdig
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Videoanrufe werden nur zwischen zwei Geräten unterstützt
Viele Funktionen  

Facebook

Viele wissen gar nicht, dass sie im Chat der erfolgreichsten Social-Media-Plattform auch per Videoanruf andere Facebook-Nutzer erreichen können. Sowohl in der Desktop-Version von Facebook als auch in der Messenger-App für Android und iOS ist dies möglich. Über die App können gemeinsame VoIP-Telefonate mit bis zu 50 unterschiedlichen Profilen geführt werden – die Videotelefonie ist allerdings nur zwischen zwei Facebook-Accounts möglich. Die sehr starke Verbreitung von Facebook ist einer der größten Pluspunkte: Sie sind hier höchstwahrscheinlich bereits mit einigen Ihrer Freunde und Bekannten verknüpft, sodass ein Internet-(Video-)Telefonat im Handumdrehen durchgeführt werden kann. Das größte Manko ist hingegen, dass die Kommunikation noch nicht standardmäßig verschlüsselt wird (dies ist aber angeblich in Planung) und Facebook im Hinblick auf den Datenschutz schon häufig negativ aufgefallen ist.

Vorteile Nachteile
Viele Nutzer sind bereits bei Facebook – die Einrichtung einer Extra-Anwendung und der Kontakte ist oftmals nicht nötig Der Datenschutz von Facebook steht immer wieder in der Kritik; zudem ist eine automatische Verschlüsselung aller Inhalte bisher nur angekündigt
Telefonkonferenzen mit bis zu 50 Teilnehmern möglich Videokonferenzen können nur zwischen zwei Nutzerprofilen abgehalten werden
  Nur für die Desktop-Version von Facebook und innerhalb der Facebook-Messenger-Apps für iOS und Android verfügbar

FaceTime

Mit FaceTime bietet Apple eine eigene Videochat-App für die hauseigenen Geräte an (iPhone, iPad und Mac). Die App wurde minimalistisch gehalten – mehr als die Internet-Telefonie mit oder ohne Video ist in FaceTime nicht enthalten. Ähnlich wie beim Facebook-Messenger ist es auch bei Apples Anwendung nicht möglich, mit mehr als einem anderen Kontakt eine Videokonferenz abzuhalten. Immerhin lassen sich bis zu 10 Kontakte zu einem (Audio-)Gespräch einladen.

Vorteile Nachteile
In der Regel keine Extra-Anmeldung nötig – FaceTime ist meist vorinstalliert Videoanrufe sind nur zwischen zwei Nutzern möglich
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Nur für Apple-Geräte
Bedienung ist aufs Wesentlichste reduziert Hat keinerlei weitere Funktionen wie etwa Instant-Messaging oder die Möglichkeit, Dateien zu verschicken

Google Duo

Ähnlich minimalistisch wie FaceTime ist die 2016 erschienene App Google Duo: Auch hier stellen Videoanrufe zwischen zwei Teilnehmern die Kernfunktion dar. Doch gibt es auch einige Unterschiede: Anders als bei Apples Anwendung kann die angerufene Person dank der „Kuckuck“-Funktion bereits vor dem Annehmen des Anrufs durch eine Live-Videovorschau sehen, von wem sie kontaktiert wird. Außerdem ist Google Duo nicht nur für Android-Geräte verfügbar, sondern auch für iOS. Nutzer von mobilen Apple-Geräten müssen sich auch nicht extra für die App einen Google-Account zulegen – die Mobilnummer reicht.

Vorteile Nachteile
Unterstützt viele Plattformen – kein Google-Konto vonnöten Videokonferenzen können nur zwischen zwei Accounts geschaltet werden
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Keine zusätzlichen Funktionen wie Instant-Messaging oder Dateiübertragung
Einfache Bedienung Nur für Android und iOS verfügbar

Google Hangouts

Die Hangouts-App wird gemeinhin als Googles Versuch angesehen, auf dem Instant-Messaging-Markt WhatsApp Konkurrenz zu machen. Google Hangouts ist sowohl als App für Android- und iOS-Geräte als auch als Webapplikation erhältlich, die man über den Browser aufruft. Bei allen Varianten können Sie nicht nur mit anderen Hangouts-Usern chatten und Dateien teilen, sondern auch Videokonferenzen mit bis zu 10 Teilnehmern führen. Seit Ende 2015 kann man auch nicht registrierte Personen zu einem Videoanruf einladen, die sich dann via Browser in das Gespräch zuschalten können. Aufgrund der 2016 veröffentlichten Dienste Google Duo und Google Allo (einem weiteren Instant-Messenger) verdichten sich aber die Anzeichen dafür, dass Google Hangouts mehr und mehr in den Hintergrund treten und von den beiden neuen Anwendungen abgelöst werden wird. Google gab diesbezüglich zur Notiz, dass Hangouts nun verstärkt Geschäftskunden ansprechen soll.

Vorteile Nachteile
Videokonferenzen mit bis zu 10 Personen möglich; Gesprächspartner müssen nicht bei Google Hangouts registriert sein Um selbst Anrufe zu tätigen, ist eine Anmeldung bei Google erforderlich
  Nur für Android und iOS verfügbar

Line

Der kostenlose Instant-Messenger aus Japan bietet viele Funktionen, die man von Konkurrenz-Anwendungen wie WhatsApp kennt. So ermöglicht auch Line neben den klassischen Instant-Messaging-Funktionen die Videotelefonie zwischen zwei Nutzern. Aber Line kann noch viel mehr als das: Sie können (ähnlich wie bei Facebook) eine eigene Timeline anlegen und hier Fotos, Videos und vieles mehr mit anderen Line-Usern teilen und so ein kleines soziales Netzwerk unter Ihren Kontakten aufbauen. Nachrichten und Dateien lassen sich mit der „Keep“-Funktion in einem separaten Ordner abspeichern. Außerdem können Sie App-Spiele, Sticker und neue Designs käuflich erwerben. In der Vergangenheit wurde Line heftig für seine fehlende Datensicherheit kritisiert – und hat daraus gelernt. Inzwischen wird die gesamte Kommunikation mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung abgesichert.

Vorteile Nachteile
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Videoanrufe nur zwischen zwei Geräten möglich
Für viele Plattformen erhältlich (Windows, macOS, Android, iOS, Windows Phone, Blackberry, Firefox OS) In Deutschland nicht weit verbreitet: Sie müssen viele Kontakte davon überzeugen, die Anwendung zu installieren, um mit ihnen über Line in Kontakt treten zu können
Viele Funktionen, die herkömmliche Messenger-Features übersteigen (z. B. Timeline und Speicherort für Nachrichten und Dateien)  

WeChat

WeChat ist für beinah alle gängigen Betriebssysteme verfügbar – von den relevanten Betriebssystemen wird allein Linux nicht unterstützt. Der Funktionsumfang der Anwendung präsentiert sich ähnlich komplex wie der von Line: Neben den klassischen Merkmalen wie der Chatfunktion, der IP-Telefonie mit und ohne Videoübertragung (für bis zu 9 Teilnehmer) sowie der Dateiübertragung verfügen Sie auch hier über eine Art Chronik zum Posten von Nachrichten. An weitere Features gelangen Sie über In-App-Käufe. Es werden nicht nur kleine Videospiele und digitale Sticker für den Messenger angeboten, sondern auch Dienstleistungen wie Onlineshopping oder die Buchung von Taxis oder Arztterminen.

Dieses ungewöhnlich große Spektrum an Funktionen ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass WeChat von einem chinesischen Unternehmen entwickelt wurde: Das Internet in China wird von der Regierung sehr viel restriktiver als hierzulande verwaltet (viele Dienste wie Facebook sind gesperrt), und so stellt WeChat eine populäre Möglichkeit dar, alltägliche Erledigungen in der chinesischen Onlinewelt zu tätigen. Allerdings unterliegt die Applikation auch nur dem extrem schwachen chinesischen Datenschutz. Demnach haben die Anbieter von WeChat Zugriffsrecht auf extrem viele Nutzerdaten des eigenen Geräts. Auch die Kommunikation über die Anwendung ist nicht sicher – allein die Historie der Nachrichten wird verschlüsselt gespeichert. Überdies erhält man keinerlei Auskünfte darüber, wo die Server stehen, auf denen die Daten gespeichert werden. Der Serverstandort bestimmt aber, wie hoch der Datenschutz ist, der rechtlich vorgeschrieben ist. Somit bleibt festzuhalten, dass WeChat von allen hier vorgestellten Diensten über den undurchsichtigsten und wahrscheinlich schwächsten Datenschutz verfügt.

Vorteile Nachteile
Für viele Plattformen erhältlich (u. a. Windows, macOS, Android, iOS, Windows Phone, Blackberry) Sehr intransparenter und schwacher Datenschutz
Riesiger Funktionsumfang  
Videokonferenzen mit bis zu 9 Teilnehmern  

Wire

Der Instant-Messenger Wire kann nur auf Windows, macOS, Android und iOS installiert werden, macht diese überschaubare Auswahl aber mit der Möglichkeit, die Applikation im Browser zu nutzen, wieder wett. Auch Wire bietet typische Messenger-Funktionen: Das Angebot umfasst eine Chatfunktion inklusive Dateiübertragung sowie Audio- (mit bis zu fünf Nutzerkonten) und Videoanrufe (nur zwischen zwei Konten). Darüber hinaus kann man Inhalte von YouTube, Vimeo, Soundcloud und Spotify mit anderen Wire-Usern teilen.

Das Unternehmen hinter Wire und die Software-Entwicklung der Anwendung sind in der Schweiz bzw. in Deutschland beheimatet. Das Team legt augenscheinlich einen großen Wert auf die Sicherheit aller Inhalte, die zwischen den Nutzern ausgetauscht werden: Jegliche Datenübertragung innerhalb der Anwendung wird mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesichert. Außerdem spricht für die Sicherheit, dass sämtliche Wire-Daten laut Anbieter auf Servern in der EU gespeichert werden – auch wenn nicht weiter ausgeführt wird, wo hier genau. Generell schützen die Datenschutzbestimmungen in der EU die Nutzerdaten jedoch weitaus besser als diejenigen in anderen Teilen der Welt. Somit ist Wire einer der sichersten Messenger auf dem Markt.

Vorteile Nachteile
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Videoanrufe nur mit zwei Teilnehmern
Nutzerdaten liegen auf europäischen Servern  
Kann im Browser über eine Web-App verwendet werden  

Überblick: Vergleich aller Videotelefonie-Anwendungen

  Unterstützte Plattformen Videoanrufe mit wie vielen Konten möglich? Instant-Messaging möglich? Versand von Dateien möglich? Sicherheit Deutschsprachig?
Skype Web-App; Windows, macOS, Linux, Android, iOS, Blackberry, Windows Phone 25
ooVoo Windows, macOS, Android, iOS 12
ICQ Web-App; Windows, macOS, Android, iOS, Blackberry, Windows Phone 2
Jitsi Web-App; Windows, macOS, Linux, Android, iOS Keine festgelegte Begrenzung
Tox Windows, macOS, Linux, iOS, Android 2
Yahoo Messenger Web-App; Windows, macOS, Linux, iOS, Android 2
Viber Windows, macOS, Linux, Android, iOS, Windows Phone, Blackberry 2
FaceTime macOS, iOS 2
Google Duo Android, iOS 2
Google Hangouts Web-App; Android, iOS 10
Facebook (Messenger) Web-App (Facebook); Android, iOS (Facebook Messenger) 2 - -
Line Windows, macOS, Android, iOS, Windows Phone, Blackberry, Firefox OS 2 - -
WeChat Windows, macOS, Android, iOS, Windows Phone, Blackberry 9
Wire Web-App; Windows, macOS, Android, iOS 2

Es existieren viele gute Alternativen zu Skype

Die Übersichtstabelle zeigt: Es gibt nur wenige Anwendungen, mit denen man eine Videokonferenz mit mehr als zwei Geräten durchführen kann. Hierzu sind neben Skype allein Jitsi, ooVoo, Google Hangouts und WeChat imstande. Ansonsten präsentiert sich der Funktionsumfang der meisten Dienste als sehr ähnlich. Instant-Messaging können fast alle Programme (mit Ausnahme von Google Duo und FaceTime). Auch der Versand von Dateien ist bei vielen Applikationen möglich.

Auffällig ist weiterhin, dass viele Dienste zwar in der Vergangenheit beim Datenschutz nachgerüstet haben, es jedoch immer noch kaum Applikationen gibt, die als wirklich sicher gelten können. Nur drei Dienste gehen vorbildlich mit der Abhörsicherheit der Konversationen und der Speicherung von Nutzerdaten sowie von Video-, Audio- und Textinhalten um: Jitsi, Tox und Wire.

Übrigens sollte Ihnen bei der Nutzung aller Bildtelefonie-Anwendungen auf mobilen Geräten unbedingt klar sein, dass Anrufe ohne WLAN-Verbindung schnell Ihr mobiles Datenvolumen verkleinern. Für Videoanrufe ist generell die Nutzung eines lokalen Netzwerks zu empfehlen, vor allem wenn Sie über eine leistungsfähige Internetverbindung verfügen. Hiermit steht der Videotelefonie in bester Qualität nichts mehr im Wege.

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