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WordPress: Alternativen im Überblick

Den Statistiken von w3techs zufolge basieren mehr als 50 Prozent aller Webprojekte, die mit einem CMS erstellt wurden, auf WordPress (Stand: Juli 2017). Die Open-Source-Anwendung hat sich seit ihrer Veröffentlichung im Jahr 2003 zu einem wahren Allrounder entwickelt: Ursprünglich als Grundgerüst für Blogs konzipiert, eignet sich WordPress mittlerweile für die Erstellung unterschiedlichster Arten von Websites – egal, ob Unternehmensseite, Webshop oder Community-Website. Die heutige Vielseitigkeit resultiert einerseits aus der Weiterentwicklung des Basiscodes, andererseits aus der Vielzahl an Plug-ins, die von Entwicklern aus der ganzen Welt programmiert werden und WordPress um zahlreiche Funktionen erweitern.

Obwohl der hohe Beliebtheitsgrad der Website-Software also durchaus nachvollziehbar ist, gibt es dennoch stichhaltige Gründe, nach einer Alternative zu WordPress zu suchen. Warum das sinnvoll sein kann und welche WordPress-Alternativen in jedem Fall einen Blick wert sind, verrät dieser Artikel.

Warum eine WordPress-Alternative sinnvoll sein kann

Eigentlich scheint nichts gegen den Einsatz von WordPress zu sprechen: Das Entwickler-Team weist eine langjährige Expertise auf, während die Community stetig wächst und in Form von Themes und Plug-ins sehr aktiv am Entwicklungsprozess des Systems teilnimmt. Neue Anforderungen der Nutzer werden zeitnah berücksichtigt und entsprechende Funktionen in die Software implementiert – unabhängig davon, ob es sich um eine bessere Rechteverwaltung, Mobile-Support, Shop-Features, SEO-Funktionen oder eine nahtlose Social-Media-Integration handelt. Auch wenn der Großteil dieser Neuerungen nicht Bestandteil der Standardausgabe ist, gibt es dennoch einige, die auch dem Basiscode hinzugefügt werden. Das einst simple Grundgerüst ist dadurch mit der Zeit immer komplexer geworden.

Für kleinere Webprojekte wie beispielsweise Weblogs, für die WordPress ursprünglich gedacht war, ist das Website-System mittlerweile also schlichtweg sehr überdimensioniert – ein Umstand, der unter anderem auch zu Performance-Problemen führen kann. Derartige technische Probleme, die sich negativ auf die User-Experience auswirken, resultieren häufig auch aus fehlerhaft programmierten oder nicht-kompatiblen Plug-ins und Themes. Außerdem wirkt es sich oft negativ auf den Pageload aus, wenn zu viele Erweiterungen zum Einsatz kommen – eine Tatsache, die WordPress aber mit einigen der verfügbaren Alternativen gemeinsam hat.

Neben der erhöhten Ladezeit ist mitunter auch der Sicherheitsaspekt bei der WordPress-Nutzung ein Problemfeld: Die Auswahl an Plug-ins und Vorlagen für die CMS-Software ist so riesig, dass das Entwickler-Team nicht alle veröffentlichten Erweiterungen verifizieren kann. Da jede Erweiterung ein potenzielles Einfalltor für Cyber-Attacken ist, nutzen Hacker die große Beliebtheit der Software für ihre Machenschaften: Kostenlose Layouts oder nützliche Features stellen sich so im Nachhinein oft als Wegbereiter für Hackerangriffe oder die Infiltrierung mit Malware heraus.

Fazit

WordPress größte Stärke ist zugleich auch seine größte Schwäche: Das Open-Source-Programm ist mittlerweile weit mehr als eine einfache Blog-Software und für simple Websites fast schon zu komplex. Zusätzlich sorgt die große Beliebtheit für ein großes Gefahrenpotenzial durch Cyberkriminelle. Weniger stark verbreitete WordPress-Alternativen sind nur selten Fokus von Hacker-Angriffen. Ferner legen viele Anbieter den Fokus auf eine Kerndisziplin, um nicht mit dem Allrounder WordPress konkurrieren zu müssen.

5 Alternativen zu WordPress im Kurzportrait

Natürlich gibt es auch Entwickler, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ein System zu programmieren, das WordPress als Allrounder-CMS ersetzt. Da WordPress jedoch bereits ein sehr gutes CMS ist, lohnt es sich eher, nach Alternativen zu suchen, die auf die Erstellung ganz spezieller Webprojekt-Arten ausgerichtet sind und zum eigenen Vorhaben passen. Solche Programme bieten in der Regel von Werk an alle Bausteine, die Sie zur Umsetzung einer Webpräsenz benötigen – allerdings ist das Code-Gerüst meist deutlich schlanker als bei WordPress und den anderen großen Allround-Programmen.

Letztlich heißt das jedoch, dass man nicht pauschal die beste WordPress-Alternative 2017 nennen kann. Entscheidend ist vielmehr, wie geeignet die jeweilige Software für Ihr spezielles Webprojekt ist. Bei der Vorstellung der WordPress-Alternativen werden wir daher immer auch darauf eingehen, für welche Projekte und Nutzergruppen sie gedacht sind.

Ghost – die einfache Lösung für Publisher

Das im April 2013 veröffentlichte Content-System Ghost fußt auf einer Kickstarter-Kampagne, bei der die Entwickler innerhalb nur eines Monats 200.000 Euro einnehmen konnten. Die WordPress-Alternative, die bereits rund 1,5 Millionen Mal installiert wurde (Stand: Juli 2017), richtet sich an alle, die sich auf das Schreiben konzentrieren wollen und auf der Suche nach einer professionellen Plattform zur Veröffentlichung von Texten sind. Sie legt also damit den Fokus auf genau das, was WordPress einst groß gemacht hat. Die Zielgruppe des quelloffenen Programms sind folglich Blogger und unabhängige Journalisten, aber auch komplette Redaktionsteams. Neben Desktop-Versionen für macOS, Windows und Linux (Ubuntu) existiert auch ein Web-Dashboard (Ghost Pro), über das sich Layout und Content verwalten lassen.

Dass Ghost perfekt auf die Belange von Redakteuren zugeschnitten ist, wird an vielen Stellen deutlich: So ist das Einpflegen von Content ebenso einfach wie das spätere Veröffentlichen oder nachträgliche Überarbeiten. Wer die Software für sein Redaktionsteam nutzen möchte, kann das als Administrator im Team-Bereich ohne weiteres tun. Die Blogging-Plattform, die im Gegensatz zu WordPress nicht auf PHP, sondern auf Node.js basiert, zeichnet sich dabei vor allem durch exzellente Ladezeiten aus. Besonders bei der Live-Performance der Seiten ist der schlanke Programmcode deutlich spürbar. Um Artikel zu kategorisieren und für Suchmaschinen zu optimieren, kann man folgende Angaben direkt zu jedem Eintrag hinzufügen:

  • URL (manuell oder automatisch)
  • Veröffentlichungsdatum (manuell oder automatisch)
  • Tags
  • Autor
  • Title und Description (inklusive Vorschau)

Ghost setzt auf die vereinfachte Auszeichnungssprache Markdown, die im Zusammenspiel mit dem integrierten WYSIWYG-Editor für eine automatische Umwandlung des Inhalts in HTML-Code sorgt. Durch die standardmäßige Responsivität der Projekte sind Ihre Webprojekte von Beginn an für alle Geräte optimiert, sodass sie sowohl auf dem PC als auch auf dem Tablet oder dem Smartphone eine gute Figur machen. Die optische Anpassung der Website funktioniert über Themes (CSS, JavaScript), die mit dem entsprechenden Know-how selbst erstellt werden können. Alternativ stellt der Ghost-Marketplace verschiedene fertige Themes zum Download bzw. Kauf zur Verfügung. Die WordPress-Alternative lässt sich kostenlos auf dem eigenen Webspace oder gegen eine monatliche Gebühr beim Hersteller hosten.

Pro Contra
✔ Erstklassige, einsteigerfreundliche Bedienung ✘ Wird nicht von jedem Hosting-Anbieter unterstützt
✔ Automatisch für Suchmaschinen und mobile Geräte optimiert ✘ Keine Plug-ins verfügbar

Chimpify – WordPress-Alternative für Inbound-Marketer

2016 veröffentlichten Nico Puhlmann (Entwickler der Analytics-Software Stetic) und Vladislav Melnik (bekannt durch den affenblog) ihr gemeinsames Software-Projekt mit dem Namen Chimpify. Die webbasierte Lösung zur Realisierung von Webseiten ist trotz ihrer noch jungen Geschichte eine interessante WordPress-Alternative für Inbound-Marketer. Die beiden Jungunternehmer wenden sich dabei mit ihrem kostenpflichtigen Angebot gezielt an KMUs, die davon profitieren, alle wichtigen Marketing-Tools in einer Plattform vereint vorzufinden. Nach einer einmonatigen Testphase können Nutzer zwischen monatlicher oder jährlicher Zahlungsweise wählen, wobei der Service jederzeit abbestellt werden kann. Die Website läuft wahlweise unter einer eigenen Domain oder einer kostenfreien Chimpify-Subdomain.

Damit Anwender aus ihrer Webpräsenz die perfekte Marketing-Maschine machen können, stellt Chimpify Werkzeuge aus 4 verschiedenen Kategorien zur Verfügung: Unter dem Menüpunkt Design haben User die Möglichkeit, die Struktur und das Layout ihrer Seiten zu gestalten, Landing-Pages zu definieren oder Pop-ups zu erstellen. Unter der Kategorie Content findet man neben dem nützlichen WYSIWYG-Website-Builder unter anderem auch ein Medien-Center, ein Backlink-Optimierer sowie ein Tool zur Keyword-Recherche. Die beiden Bereiche E-Mail und Social enthalten alle notwendigen Features, um schnell und effizient Newsletter- und Social-Media-Kampagnen zu erstellen. Darüber hinaus enthält die marketingorientierte Alternative zu WordPress ein integriertes Analyse-Tool, mit dem sich der Erfolg der Website messen lässt. Es liefert unter anderem folgende Kennziffern:

  • Besucherzahl und Seitenaufrufe
  • Aufenthaltsdauer und Absprungrate
  • Conversions und Conversion-Rate
  • Ranking-Entwicklung
  • Desktop- und Mobile-Sessions (inklusive Unterscheidung von Smartphone und Tablet)

Zudem bietet Chimpify auch eine Suchfunktion, mit der Websites potenzieller Influencer und Mitbewerber gefunden werden können. Sofern die Infos verfügbar sind, zeigt die Anwendung auch die Suchreichweite und Linkstärke dieser Seiten sowie Kontaktmöglichkeiten an. Ein besonderer Fokus liegt darüber hinaus auf den Themen Performance und Sicherheit. So sind die Server in deutschen Rechenzentren mit schnellster Backbone-Anbindung und höchsten Sicherheitsstandards (DIN ISO/IEC 27001 zertifiziert) untergebracht. Alle Daten werden darüber hinaus gespiegelt und mehrfach täglich über externe Back-up gesichert. Caching-Mechanismen und Load-Balancing verleihen den Webprojekten einen Geschwindigkeits-Boost. Für einen zusätzlichen Schutz sorgt ein kostenfreies SSL-Zertifikat.

Pro Contra
✔ Vereint alle wichtigen Marketing-Instrumente in einer Plattform ✘ Kein Selbst-Hosting möglich
✔ Hohe Sicherheitsstandards ✘ Themes fehlen bis dato

Kirby – ohne Datenbank zur eigenen Website

2012 schickte der Entwickler Bastian Allgaier seine ganz spezielle Alternative zu WordPress ins Rennen. Sein System Kirby ist nämlich nicht nur kompakt, schnell auf dem Server installiert und einfach zu bedienen, sondern funktioniert auch gänzlich ohne den Einsatz einer Datenbank. Voraussetzung für die Nutzung sind lediglich ein Webserver (Apache 2 oder NGINX) und die Skriptsprache PHP. Um die erstellte Website veröffentlichen zu dürfen, muss man darüber hinaus eine Lizenz erwerben, wobei der Nutzer zwischen einer persönlichen und einer kommerziellen Variante wählen kann. Kirby lässt sich somit nicht nur zur Erstellung eines Blogs oder eines One-Pagers, sondern auch zur Gestaltung einer einfachen Firmen-Website verwenden.

Kirby zählt – wie bereits erwähnt – zu den datenbanklosen Content-Management-Systemen, weshalb alle Daten in Textdokumenten (.txt) gespeichert werden. Mithilfe von Kirbytext, einer Erweiterung der Auszeichnungssprache Markdown, lassen sich die einzelnen Inhalte dann formatieren. Eine Besonderheit stellen dabei die Kirbytags dar, die mit den Shortcodes in WordPress vergleichbar sind. Diese praktischen Tags vereinfachen das Einfügen spezieller Elemente und können auf eigene Faust definiert werden. Darüber hinaus existieren auch vorgefertigte Kirbytags für häufig genutzte Inhaltstypen wie zum Beispiel Bilder. Die Struktur der Website wird durch das Ordnersystem vorgegeben. So liegen beispielsweise alle Inhalte, die veröffentlicht werden sollen, im Ordner „content“, während Zusatzdateien wie Fonts, CSS-Sheets oder JavaScript-Snippets im Ordner „assets“ zu finden sind. Weitere Kennzeichen von Kirby sind unter anderem:

  • Geringe Hardware-Anforderungen
  • Optionales Web-Interface (Kirby Panel)
  • Mehrsprachige Websites ohne Plug-ins
  • Durch jQuery inspierierte, sehr flexible Programmierschnittstelle

Nicht nur die Möglichkeit, auf eine Datenbank zu verzichten, macht Kirby zu einer besonders performancestarken und einsteigerfreundlichen WordPress-Alternative für einfache Webprojekte. Die Software zeichnet sich ganz allgemein durch seinen schlanken Basiscode aus, der ohne unnötige Zusatzfeatures auskommt. Als flexibles System kann Kirby dennoch bei Bedarf durch den Einsatz von Plug-ins erweitert werden. Im inoffiziellen Verzeichnis auf GitHub findet man beispielsweise Erweiterungen, die SEO-Features, Social-Media-Schnittstellen oder Tracking-Tools implementieren. Mit der Template-Engine, die auf einem Mix aus PHP und HTML basiert, lassen sich darüber hinaus problemlos eigene Layouts und Designs erstellen. Zusätzlich werden einige fertige Templates auf getkirby-themes.com zum Kauf angeboten.

Pro Contra
✔ Funktioniert ohne Datenbank ✘ Keine deutsche Sprachausgabe
✔ Minimale System-Anforderungen ✘ Template-Angebot sehr überschaubar

Koken – die elegante Alternative zu WordPress für Fotografen und Grafiker

Seit 2013 ist die Publishing-Plattform Koken, die das Werk der drei Entwickler Todd Dominey, Brad Daily und Lauren Smith ist, auf dem Markt. Die Nutzer können sie kostenfrei zur Gestaltung der eigenen Website verwenden. Mit einer Oberfläche, die stark an das Fotobearbeitungsprogramm Lightroom von Adobe erinnert, und der Medienbibliothek richtet sich die WordPress-Alternative gezielt an Designer und Fotografen, die ihre Werke möglichst ästhetisch im World Wide Web präsentieren wollen. Um Koken auf dem eigenen Webspace zu hosten, sind aktuelle Versionen von PHP und MySQL ebenso Voraussetzung wie eines der vom Anbieter empfohlenen Bildverarbeitungsprogramme (ImageMagick, Imagick, GraphicsMagick, GD)

Wer Bilder mit einem gewöhnlichen Content-Management-System auf seiner Website stilvoll in Szene setzen möchte, muss dazu meist erstmal Plug-ins herunterladen und in das Standardgerüst einbinden. Koken misst dieser Funktion jedoch oberste Priorität zu und ermöglicht daher standardmäßig die Verwaltung hochgeladener Bild- und Videodateien direkt aus dem Mediencenter heraus. So lassen sich alle Elemente kategorisieren und mit Tags versehen, um anschließend ganz verschiedene Kollektionen für die einzelnen Seiten des Webprojekts zu erstellen. Ferner können Inhalte veröffentlicht werden, die nur für autorisierte Besucher zugänglich sind und auch vor den Crawlern der Suchmaschinen verborgen bleiben. Zudem profitieren Benutzer der kostenlosen WordPress-Alternative von folgenden Features:

  • WYSIWYG-Editor
  • Live-Vorschau
  • Synchronisiert mit Adobe Lightroom (Plug-in benötigt)
  • Integrierter CSS-Editor
  • Shortcuts
  • Eingabemenü für Title, Description und Themen-Tags
  • Rechtsklick-Kopierschutz

Koken erleichtert die Erstellung einer eigenen Bilder-Website durch seine intuitive Bedienbarkeit enorm. Mithilfe eines beliebigen Browsers lässt sich das Nutzer-Interface öffnen und verwalten, wobei schnell das Gefühl aufkommt, es mit einer gewöhnlichen Desktop-Applikation zu tun zu haben. Alle Bausteine, die zur Verfügung stehen, basieren dabei auf Kokens eigener Mark-up-Sprache Lens. Diese Templates bestimmen die optischen und funktionalen Möglichkeiten, die der User bei der Realisierung seines Projekts zur Verfügung hat und bilden gemeinsam ein Theme. Der Koken Store, auf den man direkt über das Interface der WordPress-Alternative zugreifen kann, bietet neben einer kleinen Auswahl solcher Themes auch Plug-ins mit Zusatz-Features an. 

Pro Contra
✔ Exzellentes Management von Mediendateien ✘ Keine deutsche Sprachausgabe
✔ Nützliche Bilder-Features wie der Rechtsklick-Kopierschutz ✘ Geringe Auswahl an Themes

Jekyll – erste Wahl für statische Websites

Mac- und Linux-Nutzer, die ein informatives Webangebot mit statischen Inhalten veröffentlichen wollen, haben mit dem Website-Generator Jekyll ein mächtiges Tool an der Hand. Das Programm, das von GitHub-Mitgründer Tom Preston-Werner geschrieben und 2008 releast wurde, richtet sich in erster Linie an Entwickler, die bei der Erstellung ihres Webprojekts nicht auf Komfort und Gestaltungsfreiheit verzichten wollen. Wie Kirby benötigt die in Ruby programmierte WordPress-Alternative keine Datenbank. Die damit verbundenen Performance- und Sicherheitsvorteile (keine Datenbankabfrage, keine Ausführung serverseitiger Skripte) verleihen den entwickelten statischen Seiten eine hohe Qualität.

Die Jekyll-Software, die unter der freien MIT-Lizenz steht, nutzt die ebenfalls quelloffene Template-Sprache Liquid. Bei der Erstellung von Templates werden daher alle Standard-Tags und -Filter der Programmiersprache unterstützt. Ferner bietet Jekyll eine Reihe zusätzlicher Tags und Filter, die die Arbeit an der eigenen Website erheblich vereinfachen. Das Tool bringt dabei seinen eigenen Entwicklungsserver mit, der eine Vorschau des Webprojekts ermöglicht. Für die Strukturierung und Veröffentlichung der Inhalte kann man wahlweise auf die Auszeichnungssprachen Textile oder Markdown zurückgreifen – auch der Einsatz von PlainHTML ist möglich. Des Weiteren bietet die minimalistische Alternative zu WordPress noch folgende Vorteile:

  • Freie Editor-Wahl
  • Hohe Flexibilität bei der Gestaltung von Templates
  • Content bzw. Webprojekt ist nicht an eine bestimmte Umgebung gebunden
  • Versionskontrolle mit Git
  • Unterstützt verschiedene Frontend-Frameworks wie Bootstrap oder Semantic UI
  • Funktioniert mit allen gängigen Webservern

Wer sein Jekyll-Projekt nicht auf einem eigenen Server betreiben möchte, hat die Möglichkeit, es bei GitHub Pages zu hosten. Der hauseigene Hosting-Service der Development-Plattform GitHub basiert auf der Jekyll-Engine und steht jedem Nutzer des Website-Generators kostenfrei zur Verfügung. GitHub Pages bietet mit dem Jekyll Theme Chooser sogar ein Tool, mit dem sich die Webpräsenz direkt auf GitHub erstellen lässt. Über Plug-ins können Sie die Funktionspalette der entwickler-affinen Alternative zu WordPress jederzeit erweitern. Dabei unterscheidet Jekyll zwischen den 5 Kategorien Generators (regelbasierte Content-Erstellung), Converters (Implementierung neuer Auszeichnungssprachen), Commands (Unterbefehle), Tags (weitere Liquid-Tags) und Hooks (Fein-Tuning verschiedener Aspekte des Entwicklungsprozesses).

Pro Contra
✔ Keinerlei Einschränkungen im Programmierungsprozess ✘ Keine deutsche Sprachausgabe
✔ Kostenfreies, leistungsstarkes und sicheres Hosting auf GitHub Pages möglich ✘ Kein Bildverarbeitungs-Tool

Zusammenfassung: Die WordPress-Alternativen im tabellarischen Vergleich

Jedes der vorgestellten Webentwicklungs-Tools hat seine ganz speziellen Stärken – sei es der Fokus auf Marketing-Features, auf die Präsentation von Medien oder auf die Bedürfnisse von Redakteuren. Dadurch sind sie für diese Einsatzgebiete sinnvolle WordPress-Alternativen. In ihren Königsdisziplinen machen sie dem Branchenprimus ernsthafte Konkurrenz, ohne das Ziel zu verfolgen, WordPress in allen Belangen zu ähneln. Allround-Systeme indes, die wie die ehemalige Blog-Software zur Realisierung verschiedenster (kleiner oder großer) Projekte genutzt werden können, sind Thema in unserem großen CMS-Vergleich.

  Entwickler Erscheinungsjahr Sprache Selbst-Hosting möglich Geeignet für
Chimpify Chimpify UG 2016 Deutsch nein Inbound-Marketing
Ghost Ghost Foundation 2013 Englisch ja Blogger, Redakteure
Jekyll Tom Preston-Werner 2008 Englisch ja Entwickler
Kirby Bastian Allgeier 2012 Englisch ja Einsteiger
Koken NetObjects 2013 Englisch ja Fotografen, Grafiker

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