E-Mail-Dienste: Welche Alternativen zu Gmail gibt es?

Der von Google entwickelte Dienst Gmail gilt seit 2012 als der größte kostenlose und durch Werbung finanzierte E-Mail-Dienst weltweit. Gmail lässt sich einfach bedienen, ist leicht zu verknüpfen, auf unterschiedlichsten Endgeräten nutzbar und durch Google überall präsent. Allerdings ist nicht jeder ein Freund des amerikanischen Unternehmens. Außerdem können einige Gmail-Alternativen mit dem E-Mail-Dienst des Suchmaschinenriesen durchaus mithalten. Aber welche Funktionen bieten diese Alternativen und inwiefern unterscheiden sie sich vom E-Mail-Dienst Googles?

Die besten Gmail-Alternativen

Ob privat oder beruflich: Täglich werden unzählige Nachrichten auf den verschiedensten Kanälen verschickt. So wurden allein in Deutschland 2017 rund 771 Milliarden E-Mails versandt.

Ein guter E-Mail-Dienst zeichnet sich dadurch aus, dass man Daten, Nachrichten und Bilder einfach und problemlos verschicken und empfangen kann – am besten jederzeit und überall. Auch die Sicherheit der Daten ist ein Punkt, der den meisten Nutzern sehr wichtig ist. Schließlich werden mitunter sehr private Informationen – etwa Bewerbungen, Bankinformationen oder Account-Daten – per Mail versendet. Zudem ist eine leichte Bedienbarkeit des Mail-Portals ein wesentlicher Erfolgsfaktor, der einen E-Mail-Dienst von seinen Konkurrenten abheben kann.

Im Folgenden gehen wir zunächst kurz auf Gmail als Platzhirsch der E-Mail-Dienstleister ein, um im Anschluss die interessantesten Gmail-Alternativen vorzustellen.

Gmail

Seit 2012 ist Gmail das meistgenutzte E-Mail-Portal weltweit. Die E-Mail-Plattform des Suchmaschinen-Giganten ist auf fast jedem Smartphone vorinstalliert und direkt mit anderen Konten verknüpfbar – beispielsweise mit YouTube.

Eine große Schwäche des Google-Dienstes ist die mangelnde Datensicherheit. Schon die AGB des Suchmaschinendienstes weisen Mängel auf, die eine Weitergabe von Nutzerdaten ermöglichen. Beispielsweise ist es laut den Gmail-AGBs gestattet, dass der Anbieter die E-Mails von Nutzern nach werberelevanten Stichwörtern durchsucht. Aufgrund dieser Problematik landete Gmail bei der Stiftung Warentest auf dem letzten Platz.

Vorteile G-Mail Nachteile G-Mail
Kostenlos Personalisierte Werbung
POP3 + IMAP4 Datenschutzbedenken: Weitergabe von Nutzerdaten, mangelhafte Privatsphäre-Regelungen
Browserbasiert  
Auf Android-Smartphones vorinstalliert  
Guter Spamfilter  

Outlook.com

Outlook.com ist das neue Hotmail und vereint die Funktionen zahlreicher Office-Dienste von Microsoft. Hotmail war früher der E-Mail-Dienst von Microsoft sowie Teil des Programmbündels Windows Essentials. 2013 wurde Hotmail dann von Outlook abgelöst. Mail-Adressen aus Outlook Express, Windows Mail oder Windows Live Mail können Sie problemlos in Outlook.com importieren. Des Weiteren bietet Outlook.com 15 GB Speicherplatz und verfügt über einen Mail-Kollektor (eine Software zum Sammeln von Adresskarteien und E-Mail-Adressen).

Ein weiterer Vorteil von Outlook.com ist, dass Sie auch Ihre Kontakte aus sozialen Netzwerken wie Facebook importieren können.

Bei Outlook hat man nur eine primäre Mail-Adresse, kann aber bis zu 10 Alias-Adressen einrichten. Gmail hingegen bietet jedem Nutzer eine Adresse, mit der Sie bis zu 30 Alias-Adressen kostenlos erstellen können.

Sowohl der Speicherplatz als auch die Größe der angehängten Dateien sind bei Gmail und Outlook annähernd gleich groß. Beide Maildienste bieten rund 15 GB Speicherplatz und ermöglichen den Versand von Dateianhängen mit einer Größe von bis zu 25 MB. Über OneDrive können Sie allerdings mit Outlook.com auch Anhänge von mehreren Gigabyte Größe versenden.

Gmail können Sie auf fast allen Endgeräten nutzen – das ist bei Outlook nicht der Fall: Outlook funktioniert nur mit Android und iOS. Gmail ist im Gegensatz dazu auch mit Windows Phone nutzbar.

Vorteile Outlook.com Nachteile Outlook.com
Kostenlos Eher veraltete Software mit schlechter Synchronisation
POP3 + IMAP4 Datenschutzbedenken: Weitergabe von Nutzerdaten möglich
Lokale Software oder Browsersoftware Unterstützt mobil nur Android und iOS
Keine personalisierte Werbung  

Posteo

Nutzen Sie den kostenpflichtigen E-Mail-Dienst Posteo, können Sie sich darauf verlassen, dass Ihre vertraulichen Daten nicht von Dritten eingesehen werden. Denn Ihre Daten sind bei Posteo durch das umfassende Verschlüsselungskonzept und die Zwei-Faktoren-Authentifizierung (TOTP) geschützt. Darüber hinaus lassen sich gespeicherte Daten noch zusätzlich verschlüsseln. Außerdem kann man bei Posteo eine Mail-Adresse erstellen, ohne persönliche Daten angeben zu müssen.

Mit Kosten von nur einem Euro im Monat ist Posteo eine sehr kostengünstige Variante, um seine Daten sicher zu versenden. Der „grüne“ Mail-Anbieter verschlüsselt sämtliche Daten im E-Mail-Account: vom Kalender bis zu Adressen und Bildern. Zudem nutzt Posteo zu 100 Prozent Ökostrom von Greenpeace Energy.

Zitat

„Ein E-Mail-Postfach bei Posteo spart Strom, CO2, Atommüll und schont Ressourcen. Unsere Rücklagen werden durch die Umweltbank in ökologische Projekte investiert.“ – Posteo, Quelle: posteo.de/site/nachhaltigkeit    

Mit der Gesamtbewertung von 1,4 landete Posteo im Vergleichstest von Stiftung Warentest 2017 sogar auf dem ersten Platz. Insbesondere was die Datensicherheit betrifft, übertrumpft Posteo den E-Mail-Dienst Gmail um Längen. Im Gegenzug ist Gmail allerdings etwas nutzerfreundlicher gestaltet.

Vorteile Posteo Nachteile Posteo
Zuverlässiger Datenschutz Kostenpflichtig (ca. 1 €/Monat)
Nichtpersonalisierte Accounts möglich Weniger nutzerfreundlich als die namhafte Konkurrenz
Nichtpersonalisierte Accounts möglich Umfangreiche Verschlüsselungsoptionen  
100 % mit Ökostrom betrieben  

Yahoo Mail

Nachdem Yahoo Mail anfangs leichte Startschwierigkeiten hatte, kann das Mailportal mittlerweile mit den besten Gmail-Alternativen problemlos mithalten. So wie viele andere Gmail-Alternativen ist auch Yahoo auf diversen iPhones sowie Android- und Windows-Endgeräten verwendbar. Kontakte können Sie problemlos aus sozialen Netzwerken importieren – darüber hinaus stellt Ihnen Yahoo eindrucksvolle 1 TB Speicherplatz zur Verfügung. Außerdem bietet Yahoo einen manuell konfigurierbaren Spamfilter und eine Chatfunktion, mit der man auch SMS empfangen kann.

Im Gegensatz zu Google ermöglicht Yahoo seinen Nutzern auch, Mails mit sehr großem Anhang zu versenden. Per Dropbox kann Yahoo Mail-Anhänge einer Größe von bis zu 2 GB versenden. Für all jene, die viel Speicherplatz benötigen und größere Daten versenden und empfangen möchten, ist Yahoo daher eine gute Wahl. Gmail bietet hingegen mehr Funktionen zum Organisieren und Planen von Tätigkeiten.

Vorteile Yahoo Nachteile Yahoo
Kostenlos Umfangreiches Werbetracking
Großer Speicherplatz Werbeanzeigen nur für ca. 35 €/Jahr deaktivierbar
Gute Einbindung sozialer Netzwerke Daten sind auf amerikanischen Servern gespeichert und unterliegen damit nicht den strengeren deutschen Datenschutzgesetzen
Sehr große Dateianhänge möglich  

Web.de

Web.de ist Mitglied der Initiative „E-Mail made in Germany“, deren Unterstützer sich freiwillig verpflichten, Mails nur über SSL-Verschlüsselung zu versenden. Da die Server von Web.de in Deutschland stehen, greift hinsichtlich der Mail-Inhalte das deutsche Datenschutzgesetz. Ihre Mails dürfen also nicht einfach vom Anbieter eingesehen werden – ein wesentlicher Pluspunkt gegenüber Gmail. Aufgrund seiner hohen Sicherheitsstandards ist Web.de der einzige kostenlose E-Mail-Dienst, der 2017 von Stiftung Warentest das Prädikat „gut“ erhielt – anders als Gmail, das von dem Institut vor allem aufgrund seiner mangelhaften Privatsphäre-Bestimmungen scharf kritisiert wurde.

Mails mit 20 MB großen Dateianhängen können problemlos versandt werden, der integrierte Speicherplatz von Web.de beträgt 2 GB. Dieser lässt sich jedoch aufrüsten, und wer das Browser-Plug-in für Firefox, Chrome, Internet Explorer oder Safari verwendet, erhält kostenlos ein Update auf 10 GB Speicherplatz. Zudem ist es möglich, den Empfang von Werbemails zu blocken. Sowohl das Postfach von Web.de als auch die Benutzernamen und Passwörter sind per SSL gut geschützt. Der Drei-Wege-Spamfilter ist mittlerweile eine Standardfunktion von Web.de und wehrt Viren und Trojaner zuverlässig ab.

Vorteile Web.de Nachteile Web.de
Kostenlos Einzelne Zusatzfunktionen sind nicht sehr nutzerfreundlich gestaltet
Deutsche Server bedeuten erhöhte Sicherheit durch das Datenschutzgesetz  
Guter SSL-Schutz, gute Spamfilter  

GMX

GMX bietet wie Outlook.com einen Mail-Kollektor als Extra. Mit der kostenlosen Version lassen sich Anhänge von bis zu 20 MB Größe versenden. GMX bietet Anwendern zudem ein anspruchsvolles Anti-Spam-Modul, mit man eingehende Mails auf Viren oder Trojaner scannen kann. Darüber hinaus nutzt der E-Mail-Dienst verschiedene Back-up-Systeme, um die Daten zu sichern und zu schützen.

Im Vergleich zu Gmail fällt der Speicherplatz von GMX mit 1 GB eher bescheiden aus – über bestimmte Updates ist er jedoch auf 1,5 GB erweiterbar. Mehr Speicherplatz ist gegen einen Aufpreis erhältlich. Dafür überzeugt GMX in Sachen Sicherheit mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Vorteile GMX Nachteile GMX
Kostenlos Nur geringer Speicherplatz
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Dienst ist verhältnismäßig werbelastig
Gute Spamfilter, gute Back-up-Systeme  
Deutsche Server bedeuten erhöhte Sicherheit durch das Datenschutzgesetz  

Gesamtübersicht der Gmail-Alternativen

  Speicherplatz Mail-Anhang Kosten POP3/IMAP Sicherheit Extras
Outlook 15 GB 25 MB (via OneDrive bis zu 10 GB) Kostenlos Ja/Ja Mittel Mail-Kollektor
Posteo 2 GB 50 MB 1 € / Monat Ja/Ja Hoch Anbieter nutzt Ökostrom
Yahoo Mail 1 TB 25 MB, per Dropbox bis 2 GB Kostenlos Ja/Ja Mittel SSL-Verschlüsselung
Web.de 2 GB, kostenloses Upgrade auf 10 GB möglich 20 MB Kostenlos Ja/Ja Mittel Mail-Kollektor
GMX 1 GB, Upgrade auf 1,5 GB (Browser-Plug-in Mailcheck) 20 MB Kostenlos Ja/Ja Hoch SSL-Verschlüsselung

Über kostenpflichtige Tarife sind die Speicherkapazitäten aller kostenlosen Alternativen zu G-Mail erweiterbar. Es sind sowohl einzelne Add-ons als auch Paket-Tarife mit weiteren Extras verfügbar.

Die meisten Alternativen zu Gmail zeichnen sich durch eine größere Datensicherheit aus. Das hängt mit den allgemeinen Geschäfts- und Datenschutzbedingungen von Google zusammen, die ausdrücklich ein Auslesen der Mailinhalte durch den Anbieter erlauben. Allerdings ist Gmail nicht der einzige E-Mail-Dienst mit mangelhaftem Datenschutz.

Wer nach einer kostenlosen Alternative sucht, die einen besseren Datenschutz gewährleistet, für den könnte ein Umstieg auf einen der vorgestellten Anbieter sinnvoll sein. Diese halten in ihrer kostenlosen Variante zwar oft weniger Funktionen – z. B. zur Organisation von Terminen – und einen recht geringen Speicherplatz bereit, was sich aber in der Regel durch gebührenpflichtige Upgrades beheben lässt. Die deutschen Anbieter Web.de und GMX stehen für strengen Datenschutz nach deutschem Recht und verfügen über SSL-Verschlüsselung. Der kostenpflichtige Dienst Posteo überzeugt ebenso vor allem durch hohe Sicherheitsstandards. Gmail punktet dagegen zwar im Bereich Nutzerfreundlichkeit, doch wer viel Wert auf Datensicherheit legt, kommt an den Gmail-Alternativen kaum vorbei.


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