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Phishing-Mails erkennen: Indizien im Überblick

Phishing zählt zu den alltäglichen Bedrohungen, denen Nutzer im Internet ausgesetzt sind. Immer mehr Menschen bestellen Waren bequem übers Internet oder wickeln Bankgeschäfte online ab. Die E-Mail ist nach wie vor das wichtigste Online-Kommunikationsmittel. Diese Umstände machen sich Trickbetrüger zunutze, um den elektronischen Kommunikationsweg mit gefälschten Nachrichten zu durchsetzen. Diese enthalten zweifelhafte Links (etwa zu gefälschten Webseiten) und Antwortadressen, die es ebenso auf die Daten argloser Nutzer abgesehen haben. Wir verraten Ihnen, wie Sie sich vor Datendiebstahl schützen.

Was ist Phishing?

„Phishing“ bezeichnet eine Betrugsmethode, bei der sich ein E-Mail-Absender als ein anderer ausgibt, um Konto- oder Log-in-Daten eines ahnungslosen Opfers zu erbeuten. Das Kunstwort leitet sich vom englischen fishing (Angeln, Fischen) ab und beruht auf einen Ähnlichkeitsbezug: Beim Phishing setzen Trickbetrüger gefälschte Mails als Köder ein, um nach Passwörtern zu „angeln“. Die Schreibweise mit „Ph“ geht auf das Vokabular in Hackerkreisen zurück.

Spam & Phishing in Deutschland

Jeder fünfte Deutsche wurde bereits Opfer von Spam- und Phishing Angriffen. Dabei entstand im Jahr 2015 ein Schaden von über 16 Millionen Euro. Somit ist es kaum verwunderlich, dass knapp 71% der Bundesbürger angeben, sich vor Phishing-Attacken zu fürchten.

Klicken Sie hier, um die Infografik zum Spam- und Phishing Aufkommen in Deutschland herunterzuladen.

So gehen Trickbetrüger vor

Das Grundschema des Phishings ist schnell erklärt: Internetkriminelle versenden vermeintlich offizielle E-Mails von Banken, Bezahldiensten, Online-Marktplätzen oder E-Commerce-Dienstleistern, in denen nichtsahnende Internetnutzer aufgefordert werden, E-Mail-Formulare auszufüllen oder einem Link auf eine gefälschte Log-in-Seite zu folgen. Wer sensible Daten auf diese Weise preisgibt, geht ein hohes Risiko ein. Ziel solcher Phishing-Attacken ist es, an Benutzernamen, Passwörter sowie PINs und TANs zu gelangen, um damit Buchungen oder Warenbestellungen im Namen des Nutzers zu tätigen. Dass Bankkonten oder Bezahldienst-Accounts gehackt wurden, bemerken Opfer solcher Phishing-Attacken oft erst, wenn Warenkäufe oder Überweisungen der Trickbetrüger auf dem Kontoauszug erscheinen.

Mit diesen Tipps entlarven Sie betrügerische Mails

Schutz vor betrügerischen Nachrichten bietet meist schon ein aufmerksamer Blick ins E-Mail-Postfach. Phishing erkennen Sie in der Regel an offensichtlichen Indizien wie einem unbekannten Absender, einer unpersönlichen Anrede, Rechtschreibfehlern sowie dubiosen Links und Onlineformularen.

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es aber dennoch nicht. Es gibt aber Tipps, die helfen, sich vor Phishing zu schützen:

Tipp 1: Wer ist der Absender?

Bei jeder vermeintlich offiziellen E-Mail Ihrer Bank oder eines Online-Dienstleisters sollte Ihr erster Blick dem Absender gelten. Fragen Sie sich: Wer sendet Ihnen die E-Mail? Besteht eine Geschäftsbeziehung mit dem Anbieter? Und haben Sie diesem Ihre E-Mail-Adresse mitgeteilt? Lassen Sie sich dazu die komplette Absenderadresse anzeigen und vergleichen Sie diese mit vorausgehenden Nachrichten. Finden sich hier Widersprüche, ist Vorsicht geboten.

Tipp 2: Wie lautet die Anrede?

Auch die Anrede im E-Mail-Text hilft Ihnen, unseriöse Nachrichten zu entlarven. Dienstleister, die Ihre Kunden anschreiben, nutzen in der Regel eine persönliche Anrede und nennen den E-Mail-Empfänger beim Namen. Betrügern ist dieser nicht immer bekannt. Beginnt eine Nachricht mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ oder anderen Standardfloskeln, sollten Sie sich fragen, warum Ihr Geldinstitut oder ein vermeintlicher Online-Geschäftspartner nicht weiß, wie Sie heißen.

Tipp 3: Achten Sie auf Rechtschreibung und Grammatik

Strotzt eine Nachricht in Ihrem Mail-Postfach vor grammatischen und orthografischen Fehlern, können Sie sich sicher sein, dass hier kein Bankangestellter an der Tastatur saß. Rechtschreibfehler und unverständliche Passagen sind ein klares Indiz für betrügerische Mails, die in einer anderen Sprache geschrieben und automatisch übersetzt wurden. Gleiches gilt oft auch für E-Mail-Texte mit fehlenden Umlauten oder fremdsprachigen Buchstaben.

Tipp 4: Achten Sie auf potentielle Klickfallen

Enthält eine Mail einen Link, ist das an sich noch kein schlechtes Zeichen. Bevor Sie den Verweis anklicken, sollten Sie sich jedoch vergewissern, dass dieser auf eine seriöse Seite führt. Fahren Sie dafür mit der Maus über den Linktext und kontrollieren Sie die Webadresse, die unten links im Browserfenster angezeigt wird. Stimmt diese mit der Anbieter-URL überein? Und finden sich Sicherheitsmerkmale wie HTTPS für eine sichere Datenübertragung? Klicken Sie den Link im Zweifelsfall lieber nicht an und rufen Sie die angegebene Zielseite auch nicht manuell in Ihrem Browser auf.

Tipp 5: Tätigen Sie keine Eingabe via E-Mail

Kein seriöser Online-Anbieter fordert seine Kunden zur Dateneingabe via Mail auf. Ein entsprechendes HTML-Formular, in das Log-in-Daten oder Passwörter eingetragen werden sollen, ist daher ein klares Indiz für eine Phishing-Mail. Auch PINs oder TANs werden nie telefonisch oder per E-Mail abgefragt. Geben Sie solche Daten lediglich auf Anbieterseiten ein, deren Authentizität sich durch Sicherheitszertifikate überprüfen lässt

Tipp 6: Vorsicht bei Dateianhängen

Skepsis ist geboten, wenn unerwartete Nachrichten über Anhänge verfügen. Hier gilt die Grundregel: Ist der Absender unbekannt, sollte der Dateianhang besser nicht heruntergeladen werden. Er kann Schadprogramme wie Viren und Trojaner enthalten, die Ihren Computer infizieren und sensible Daten auslesen. Eine unbedenkliche Nutzung für Onlineshopping und Bankgeschäfte ist dann nicht mehr möglich.

Tipp 7: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen

Wird in einer E-Mail akuter Handlungsbedarf signalisiert, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Trickbetrüger fahren mitunter schweres Geschütz auf, um Internetnutzer unter Druck zu setzen und zu unüberlegten Handlungen zu bewegen. Doch kein seriöser Anbieter droht per Mail mit der Kreditkartensperrung oder einem Inkassounternehmen und erzwingt so eine Passworteingabe oder den Download einer angehängten Datei. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an die Kunden-Hotline des Dienstleisters.

Was tun gegen Phishing-Mails?

Haben Sie eine E-Mail unbekannter Herkunft als Phishing-Mail entlarvt, sollten Sie diese vor dem Löschen in den Spam-Ordner Ihres Postfachs verschieben und den Absender sperren. So blockieren Sie weitere Phishing-Angriffe, die von dieser Absenderadresse ausgehen. Um das Aufkommen von betrügerischen Nachrichten nachhaltig einzudämmen, können Sie zudem den Dienstleister kontaktieren, in dessen Namen die Phishing-Mail versendet wurde. Die meisten Anbieter stellen unkomplizierte Kontaktwege wie professionelle E-Mail-Formulare bereit, über die Sie Phishing-Mails melden können.

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