Die Zukunft der E-Mail!

Die E-Mail gehört zu den klassischen Kanälen der Online-Kommunikation. In Sachen Dynamik und Zeitgeist scheint das Social Web der E-Mail aber inzwischen den Rang abzulaufen, und auch die Marketing-Beauftragen haben Facebook und Co. längst für sich entdeckt. Steht also das Ende der E-Mail bevor? Eher unwahrscheinlich, denn die Rolle des E-Mailverkehrs im privaten wie beruflichen Umfeld und gerade auch im Marketing ist weiterhin nicht zu unterschätzen.

Fast jeder Internetnutzer braucht ein E-Mail-Postfach

Die Zahl der E-Mail-Postfächer steigt und wird auch weiter steigen. Das liegt unter anderem auch an der Zunahme von E-Mail-Konten auf Smartphones und der stetigen Verbreitung von Webmail-Diensten (sog. Cloud-Mail). Zwar verschickt die jüngere Altersgruppe vorwiegend Kurznachrichten, doch spätestens wenn ein Account bei Facebook, Twitter, Amazon, eBay und Co. angelegt werden soll, muss jeder Nutzer auf ein E-Mail-Konto zurückgreifen. Schon aus diesem Grund ist die E-Mail für Marketing-Verantwortliche weiterhin ein wichtiges Werkzeug. Newsletter und E-Mailing sind verlässliche Mittel, um Kunden zu erreichen.

Alles zum Thema E-Mail-Marketing finden Sie in unserem Ratgeber.

E-Mail vs. Messenger: Was dominiert im Privatbereich?

Messenger wie WhatsApp haben imposante Nutzerzahlen zu verzeichnen und spielen in der privaten Online-Kommunikation eine bedeutsame Rolle. Mit Gruppenkonversationen und Einzelchats belief  sich die Menge der Nachrichten 2014 auf täglich etwa 64 Milliarden. Diese Zahl wird inzwischen noch deutlich größer sein, denn nutzten im Jahr 2014 rund 500 Millionen Menschen weltweit den Dienst, waren es ein Jahr später schon circa 800 Millionen. Doch gibt es einen Kanal, der diese Zahlen toppen kann: die klassische E-Mail.

196 Milliarden E-Mails am Tag

Weltweit werden rund 196 Milliarden Mails am Tag versendet. Dabei liegt der Anteil der beruflichen Kommunikation bei circa 55 Prozent – das entspricht circa 120 Mails, die jeder Mitarbeiter pro Tag empfängt oder versendet. Studien zeigen, dass sich die Anzahl der elektronischen Nachrichten in den Postein- und -ausgängen seit Jahren stetig erhöht. Nach dem Motto „Totgesagte leben länger“ ist es also ein voreiliger Schluss, vom Aussterben der E-Mail zu sprechen. Zwar sind „nur“ 45 Prozent der Mails weltweit privater Natur, doch bei  Milliarden von Mails schlägt dieser Anteil dennoch deutlich die oben genannten WhatsApp-Zahlen. Die E-Mail dominiert damit nach wie vor klar die private Kommunikation – noch vor dem Messenger.

Dies gilt auch für das Mail-Aufkommen in Deutschland, welches in 2016 um 7% auf insgesamt 584 Milliarden angestiegen ist. Der Trend geht hierzulande jedoch klar in Richtung mobile Mail-Nutzung, welche sich seit 2010 mehr als verdreifacht hat. Weiter Details rund um das Thema "E-Mail in Deutschland" können Sie folgender Infografik entnehmen:

Klicken Sie hier, um die Infografik mit Daten und Fakten zum Mail-Aufkommen in Deutschland herunterzuladen.

Bürokommunikation: Zeitfresser Posteingang

Nicht weltweit, sondern lediglich auf deutsche Büros bezogen hat der Branchenverband BITKOM eine Studie durchgeführt. Laut der repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2014 landen im Durchschnitt 18 Mails am Tag im Posteingang am Arbeitsplatz. Bei jedem zehnten Befragten waren es über 40 Mails pro Tag. Aus Erfahrung kennen viele die Situation, dass man bereits nach wenigen  Tagen Abwesenheit Hunderte von Mails im Posteingang hat – viele davon mehr oder weniger irrelevant. Dennoch braucht es manchmal Stunden, den Berg von Nachrichten abzuarbeiten und das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. Denn E-Mail-Kommunikation wird in den meisten Firmen nicht nur für offizielle Dinge, sondern oft auch für die dienstliche oder private Kommunikation zwischen den Kollegen genutzt.

Alternative Kommunikationswege fürs Büro

Dieser Schwall an Mails kann zu unnötiger Ablenkung führen – deshalb suchen Arbeitgeber nach Alternativen. Die Meinung bei den Beschäftigten ist laut Umfrage gespalten: Manche wünschen sich einen anderen Weg für die interne Kommunikation, z. B. firmeninterne soziale Netzwerke oder ein Intranet für Mitarbeiter. Ein solches Zusatzangebot hätte gern jeder vierte der von BITKOM befragten Berufstätigen. Die Mehrheit (66 Prozent) fühlt sich durch Mails jedoch nicht gestört.

Um den E-Mail-Verkehr besser zu kanalisieren und den Teil der sekundären Nachrichten über einen anderen Kanal wie Social Media oder Chats laufen zu lassen, gibt es verschiedene Ansätze bzw. Tools und Kanäle, die man verwenden kann:

  • Soziales Intranet
  • Google+ Office
  • Apps und Messenger
  • Erweiterungen für den E-Mail-Client
  • Firmenblog oder Micro-Blogging
  • Fach-Wiki

Die Kommunikation mit Kunden wird allerdings auch weiter überwiegend per Mail stattfinden. Doch viele interne Prozesse können über die oben genannten Kanäle koordiniert werden. Dazu gehören neben Personalmeldungen und Pressespiegeln oder Einladungen zu Events und Meetings z. B. auch Mitarbeiterbefragungen und interne Newsletter.