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Kann man mit Domains Geld verdienen?

Wer es richtig anstellt, kann mit dem Verkauf einer Domain im Netz viel Geld verdienen. Man sichert sich günstig einen Domainnamen und verkauft ihn später gewinnbringend weiter. Doch ganz so einfach ist es nicht. Die Herausforderung ist, immer genau die Domains zu sichern, die später zum Beispiel für Unternehmen interessant werden könnten. Im deutschen Domain-Handel sind vor allem Labels aus den Bereichen Kredite, Aktien und Software begehrt. Wir haben alle wichtigen Fakten und Begriffe zum Thema zusammengefasst und verraten, wie viel der teuerste öffentliche Verkauf einer .de-Domain dem Besitzer eingebracht hat.

Der Verkauf einer Domain

Grundsätzlich ist eine Domain ist ein rein ideelles Gut. Beim Verkauf einer Domain geht es um die Übertragung der Inhaberschaft. Dabei wechseln im Grunde nur die Rechte am Domainnamen den Besitzer. Gehandelt werden kann grundsätzlich mit jeder Domain – vorausgesetzt, man begeht keine Marken- oder Namensrechtsverletzung. Generische Domains wie auto.de oder computer.de stehen unter keinerlei rechtlichen Schutz und können also theoretisch von jedem reserviert werden.

Was bestimmt den Domainwert?

Attraktiv für Händler sind Domains dann, wenn sie bei Google indexiert sind und hoch ranken. Dabei spielen auch andere SEO-Aspekte wie das Backlink-Profil oder Suchvolumen des im Domainnamen auftauchenden Keywords eine Rolle. Doch auch die Gestaltung kann positiven Einfluss auf die Bewertung haben. Kurze, prägnante und leicht zu merkende Domains sind von Vorteil. Auch die Endung der Domain spielt eine Rolle, denn Top Level Domains (TLDs) wie .de oder .com sind natürlich am begehrtesten.

Die wichtigsten Kriterien für die Domainbewertung im Überblick:

  • Aufbau des Domainnamens
  • Relevanz für die Suchmaschine
  • Marktpotenzial und Nutzbarkeit
  • Verhandlungsmacht und rechtliche Situation

Natürlich ist eine Domain immer nur genau so viel wert, wie ein Käufer bereit ist, dafür zu zahlen. Gerade die Punkte Marktpotenzial und Nutzbarkeit spielen deshalb eine zentrale Rolle. Der Wert kann sich auch tagesaktuell ändern – eine Domain, die vor zwei Jahren noch niemanden interessiert hat, kann schnell Höchstpreise erreichen, sobald sie zum Beispiel für ein neu gegründetes Unternehmen interessant wird.

Sie haben den nächsten Trend vor Augen, oder wissen welche Begriffe und Namen als potentielle Domains in Frage kommen? Dann reservieren Sie sich jetzt die dazu entsprechende Top-Level-Domain:

Was sind Premium-Domains?

Als Premium-Domains bezeichnet man Domains, die über einen attraktiven bzw. begehrten Domainnamen verfügen und deren Wert deshalb als besonders hoch gilt. Doch was ist eine Premium-Domain genau und was macht sie so wertvoll?

Für die Bezeichnung Premium-Domain gibt es keine Definition, die exakt festlegt, ab wann ein Domainname in diese Kategorie fällt. Ob eine Internetadresse als solche angeboten wird, entscheidet letztlich die für die Top-Level-Domain zuständige Domain Name Registry (Domain-Vergabestelle). Eine Domain gilt in aller Regel als Premium-Domain, wenn sie einige der folgenden Merkmale aufweist:

  • Setzt sich aus einem kurzen und/oder markanten Domainname zusammen, den man sich leicht merken kann.
  • Enthält Schlüsselwörter bzw. Keywords, die ein großes Suchvolumen in den Suchmaschinen aufweisen.
  • Trägt einen Begriff im Namen, der wirtschaftliche bzw. gesellschaftliche Trends widerspiegelt.
  • Der Domainname eignet sich als Markenname (der Name ist bisher aber noch nicht als Marke geschützt).

Preispolitik bei Premium-Domains

Ein weiteres Merkmal von Premium-Domains stellt ihr Preis dar, der höher als der Standardpreis einer Domain ist. Üblicherweise sind die Kosten einer Domain an ihre Top-Level-Domain gebunden – so kostet die Registrierung einer .de-Domain für die meisten Internetadressen gleich viel. Da jedoch der Wert einer Premium-Domain als besonders hoch gilt, sind sie dementsprechend teurer. Den Preis legt dabei die jeweils zuständige Domain-Vergabestelle fest (auch Domain Name Registry genannt) – für die Top-Level-Domain .de ist beispielsweise die DENIC verantwortlich. Wie viel eine Premium-Domain kostet, hängt dabei stets von dem Domainnamen ab – große Unterschiede sind hier keine Seltenheit. Dabei können die Kosten einer Domain auch Schwankungen unterliegen: Wenn ein Domainname an Relevanz gewinnt oder verliert, kann sich dies auch im geforderten Preis niederschlagen.

Sicherlich sind Premium-Domains teurer als gewöhnliche Domains, allerdings kann sich die Anschaffung sowohl für Website-Betreiber als auch für Domainhändler lohnen: Ein prägnanter, gefragter und einprägsamer Domainname erhält bedeutend mehr Beachtung und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Besucher die Website erneut aufsuchen. Somit kann eine Premium-Domain schnell zu einem größeren Besucheraufkommen auf einer Webpräsenz führen. Insgesamt verfügen diese Domains über ein äußerst hohes Marketing-Potenzial, das sie von den gängigen Domains unterscheidet.

Sie haben den nächsten Trend vor Augen, oder wissen bereits, welche Begriffe und Namen als potenzielle Domains für Sie in Frage kommen? Mit dem 1&1-Domain-Check können Sie schnell und einfach herausfinden, ob Ihre Wunsch-Domain noch frei ist:

Domain Check
  • .de
  • .com
  • .net
  • .shop
  • .berlin

Was macht ein Domainhändler?

Wer Domain-Handel gewerblich betreibt, sucht in der Regel strategisch nach lukrativen Domainendungen. Dafür kann man entweder freie Domains mit hohem Verkaufspotenzial registrieren oder man kauft bereits registrierte Domains an, um sie später gewinnbringend weiterzuvermitteln. Viele Domainhändler nutzen Backorder-Dienstleister. Diese Dienste registrieren automatisch eine Domain, wenn diese wieder freigegeben bzw. gelöscht wird (sog. Expired Domains).

Wie kommt ein Domain-Handel zustande?

Ein Domain-Handel kann auf unterschiedlichsten Wegen zustande kommen. Der Registrar einer Domain bleibt in der Regel nicht anonym und kann somit problemlos kontaktiert werden. Natürlich können Domaininhaber auch aktiv als Verkäufer auftreten und ihre virtuellen Güter anbieten. Die drei gängigsten Wege des Domainverkaufs im Überblick:

Der Käufer tritt direkt an den Inhaber heran

Stellt man fest, dass die gewünschte Domain schon vergeben ist, hat man die Möglichkeit, direkt an den Inhaber heranzutreten. Über die meisten Registries bzw. Registrierungsstellen, zum Beispiel DENIC als Verwalter der deutschen TLDs, sind Name und Kontaktdaten des Domaininhabers frei einsehbar. Nimmt man von sich aus mit diesem Kontakt auf, kann es zum Verkauf kommen, ohne dass der Erst-Registrar ein gewerbliches Ziel verfolgt hat.

Der Inhaber bietet die Domain aktiv zum Verkauf an

Anders verhält es sich bei gewerblichen Domainhändlern. Diese geben in der Regel direkt auf der unter der Domain erreichbaren Website den Hinweis, dass diese Domain zu verkaufen ist, und stellen ihre Kontaktdaten zur Verfügung. Eine weitere Methode ist, dass der Inhaber selbst nach potenziellen Interessenten und Käufern sucht und diesen die Domain zum Verkauf anbietet.

Domain-Handel über einen Marktplatz

Als dritte Möglichkeit bleibt, den Domain-Handel über einen offiziellen Marktplatz abzuschließen. In Deutschland führt zum Beispiel der internationale Online-Dienstleister Sedo verkaufsbereite Domaininhaber mit Kaufinteressenten zusammen. Die Angebotsplattform tritt dabei als eine Art Domain-Makler auf und verlangt teilweise hohe Gebühren für die Vermittlungs-Dienste.

Die lukrativsten Domainverkäufe

Mit mittlerweile über 16 Millionen Registrierungen (Stand: Oktober 2015) gehört die .de-Domain zu den beliebtesten Länderendungen im internationalen Vergleich. Laut Informationen des Domain-Marktplatzes Sedo liegt der durchschnittliche Verkaufspreis für .de-Domains bei ca. 1.000 Euro. Der teuerste vertrauliche und damit nicht öffentliche Verkauf soll im siebenstelligen Bereich gelegen haben, die bisher größten öffentlichen Transaktionen liegen etwas darunter. Rekordsummen wie diese sind jedoch die Ausnahme. 70 Prozent der .de Domains werden unter 500 Euro angeboten.

Die Top-10 der lukrativsten Domainverkäufe in Deutschland

Im internationalen Vergleich sind die Preise für die .de-Domains eher geringe Summen. Bereits mehrere .com-Domains erzielten mehrstellige Millionenbeträge, vor allem wenn große Markennamen involviert waren. Dennoch konnten in den letzten Jahren auch einige .de-Premium-Domains im sechsstelligen Bereich verkauft werden:

  • Kredit.de für 892.500 EUR
  • Aktien.de für 500.000 EUR
  • Software.de für 235.025 EUR
  • Arbeitsmarkt.de für 200.000 EUR
  • Flatrate.de für 160.000 EUR
  • 3gstore.de für 135.000 EUR
  • Newbrand.de für 120.000 EUR
  • Online-casino.de für 115.000 EUR
  • Free-sms.de für 115.000 EUR
  • Hardware.de für 105.910 EUR

Kann man mit Domain-Handel viel Geld verdienen?

Bei Zahlen wie diesen kommt man ins Staunen, doch wie schon erwähnt, sind solche Summe Ausnahmen und der Großteil der Domains wird, wenn überhaupt, zu zwei- oder dreistelligen Summen verkauft. Wer sich vor zehn Jahren oder früher Domains mit Alltagsbegriffen ohne Markenrechte (z. B. Eis.de oder Auto.de) gesichert hat, konnte beim Verkauf viel und vor allem schnell Geld verdienen. Doch genau diese Domains, die später enorme Beträge einbrachten, sind mittlerweile natürlich lange vergeben und gelten inzwischen als Premium-Domains. Wer heute noch in den Domain-Handel einsteigen will, braucht ein sehr gutes Gespür für kommende Trends.

Begriffsklärung

DNS

Das DNS (Domain Name System) ist einer der zentralen Dienste in IP-basierten Netzwerken. Einfach gesagt bringt das DNS den Domainnamen einer Website (www.beispiel.de) mit der zugehörigen IP-Adresse zusammen und sorgt dafür, dass der URL zum richtigen Rechner führt. 

Registry

Domain Name Registries oder Network Information Center (NIC) verwalten eine oder diverse Top Level Domains im DNS. Durch diese Stellen werden unter anderem die Nameserver und die Whois-Server mit den Kontaktdaten der Inhaber betreut. Der Vertrieb der Domains selbst liegt jedoch nicht bei den Registries, sondern erfolgt über Registrare. 

Registrar

Registrare sind Unternehmen oder Organisationen (meist Internetdienstleister wie 1&1), die sich um die Registrierung der Domains kümmern. Je nach Top-Level-Domain benötigt man als Registrar die Akkreditierung der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) oder einer Domain Name Registry.

nTLDs TLDs